Ruhe – Veränderungen – Leben in Mexiko – Alltag kehrt ein – Teil 4

Zum Zeitpunkt des Schreibens, dieses vierten Artikels wohnen wir schon ein paar Monate in Mexiko, und ja es ist sowas wie Alltag eingekehrt, dazu nun im folgenden etwas mehr 😉
Nach Weihnachten kommt bekanntlich Sylvester, was hier irgendwie so gar nicht gefeiert wird, passt uns ganz gut, da wir die letzten Jahre ebenfalls zwar gefeiert aber nicht geknallt hatten, mit dem Januar begann dann erst einmal für mich wieder die Zeit des Arbeitens. DANKE an meinen alten Arbeitgeber, dass dieser so flexibel war/ist, mich weiterhin zu beschäftigen und meinem Wunsch nach weniger Stress und Arbeitszeit ebenfalls entsprochen hat! Also in unserer ersten 2-Zimmer Unterkunft den Laptop auf den Küchentisch und meine alten und neuen Projekte sowie Kundenanfragen bearbeiten… war schon spannend so mit sagenhaften 2,5 MBit in einem Teams-Meeting zu sitzen, aber auch hier lernt Tag für Tag dazu und findet Wege und Lösungen.

Da ich wieder arbeiten musste, fanden sich auch andere Zeitpläne für den Rest der Familie… der Hund bekam seine Gassi-Runden durch die neue Umgebung, unser Sohn machte sich (mal mit uns, mal ohne uns) auf Erkundungstour, nach Feierabend wurde dann erkundet, welcher Laden hat welches Angebot, was bekommen wir wo (und wann – in Deutschland war man es gewohnt immer alles im Supermarkt zu bekommen – hier sind die Lieferketten etwas anders) oder wo kann man was Essen gehen. Natürlich blieb auch die Freizeit nicht zu kurz, wir waren also regelmäßig am Strand, entweder einfach nur zum Spazieren mit dem Hund, zum Schnorcheln oder zum Sonne tanken.

Kein Urlaub sondern Alltag 😉

Mit solchen Aktivitäten mussten wir auch erst einmal gedanklich klar kommen, was es bedeutet jetzt an der Riviera Maya zu leben… jeden Tag feinen weißen Sand zwischen den Füßen, jeden Tag Sonne und Temperaturen in den Zwanzigern… jeden Tag sind wir hier umgeben von Urlaubern aus der ganzen Welt, die eigentlich nichts anderes tun, als ihre kurze Zeit (1-2 Wochen) Urlaub in dieser Gegend zu geniessen und 75% der Zeit in der Sonne liegen und sich versuchen von allen Seiten zu rösten… ich meine es ist absolut verständlich – zumal die meisten Hotels hier nicht unbedingt günstig sind – so viel Sonne wie möglich zu sehen, nichts tun und die Füße in den Pool oder den Ozean zu halten… WIR leben jetzt hier und können das 365 Tage haben !!!

Playa Brava - Riviera Maya - Puerto Morelos

Einkaufen in Mexiko (Quintana Roo)

Aus Deutschland sind wir es eher gewohnt in ein “Industriegebiet” zu fahren und dort alle relevanten oder notwendigen Dinge fürs Leben zu bekommen, bei uns waren das zum Beispiel Supermärkte wie Aldi, DM, Edeka, Famila, Denns oder real – einmal mit dem Auto hinfahren, aussteigen und im Umkreis von 250m konnte man alle Geschäfte erreichen und so seine Einkäufe relativ einfach erledigen… hier ist das etwas anderes… hier gibt es solche “Zentren” nicht wirklich oder nur als Mall (nach amerikanischem Vorbild) in den größeren Städten, was man hier finden kann sind kleine Läden oder kleine Supermärkte und je nach Ort mal einen größeren Supermarkt. Zum Beispiel hier im Ort gibt es eigentlich drei Supermärkte ( einen im Ortszentrum – Colonia, einen im Ortszentrum – Playa und am Ortseingang ), alle drei haben ein unterschiedliches Angebot und man bekommt nicht immer überall alles, so dass man auf jeden Fall fahren und suchen muss, und manchmal bekommt man eben auch etwas nicht… beispielsweise Obst und Gemüse bekommt man hier oft beim Laden an der Ecke frischer und günstiger als im Supermarkt, der nächste Obstladen ist aber nicht ideal mit dem Auto zu erreichen… (zu Autos und Verkehr komme ich später noch einmal)

Hier im Ort gibt es einen Supermarkt (Chedraui – Selecto) mit einem eher touristischem (amerikanisch/kanadisch) orientierten Sortiment, da dieser in Strandnähe liegt und so von vielen Touristen frequentiert wird, den anderen Chedraui (der auch noch etwas größer ist) wird eher von Einheimischen oder im Ort wohnenden genutzt, der Super-Aki am Ortseingang (Highway-Ausfahrt) ist eher klein, unsortiert, etwas chaotisch und nicht so gut sortiert, wie man es sich erhoffen würde.

Andere Einkaufsmöglichkeiten haben wir in der Zwischenzeit gefunden, dazu müssen wir dann aber mit dem Auto nach Cancun (~35min) oder Playa del Carmen (~25min) fahren. Playa del Carmen bietet uns zwei weitere (größere/riesige) Chedrauis, bei Ihnen wir meistens fündig wurden oder auch mehrere Soriana-Supermärkte, hier ist ein Vergleich zu Deutschland wie famila zu real… riesiges Sortiment in riesigen Gebäuden mit leicht anderen Schwerpunkten… nicht zu vergessen Walmart, bei dem wir für uns feststellen mussten, dass das nicht unbedingt unser bevorzugter Laden ist… bei Sonderangeboten vielleicht aber nicht für die regelmäßigen Einkäufe.

Selbes Spiel mit Cancun, als Hauptstadt von Quintana Roo, bietet es natürlich eine Vielzahl an Supermärkten und Shopping-Malls, aber auch “Besonderheiten” wie Costco oder “Sams Club”, so dass wir alle 10-14 Tage auf jeden Fall mal nach Cancun zum Einkaufen fahren.

Essen gehen – Restaurants

Dank der Pandemie waren wir in Deutschland in den letzten zwei Jahren (wie viele andere natürlich auch) nur bedingt in der Lage ausserhalb zu essen… das ist hier (auch dank der sinkenden Zahlen) komplett anders… hier – in Mexiko – sind alle Restaurant jeden Tag offen und man hat die Qual der Wahl! Aber als Europäer muss man sich natürlich erst einmal zurecht finden 😉 das mexikanische Gericht schlecht hin sind Tacos, die gibt es hier an jeder Straßenecke, für jeden Gaumen etwas anders, mal mit Rind, mal mit Schwein oder Fisch, mal nach Yucatan-Art, mal nach Sinaloa-Art oder oder oder… 😉 und die Mexikaner essen ihre Tacos zu jeder Tageszeit, auch gerne schon reichhaltig zum Frühstück. Preislich gibt es hier große Unterschiede und man kann sich grob daran orientieren, ob diese an der Straße oder im Restaurant bestellt, aber sowie es diese Unterschiede gibt es natürlich auch geschmackliche und mengenmäßige Unterschiede… beispielsweise bekommt man Rindfleisch-Tacos mit Zwiebel, Soße und Koriander an der Straße für 30 Pesos (~1,40Euro), im Restaurant an der Hauptstraße kosten die gleichen Tacos dann 50 Pesos (~2,30Euro), mit Garnelen im Restaurant am Strand kosten diese dann auch gerne 90 Pesos (~4,20Euro) pro Stück.

Hier gibt es diese Taco-Läden als richtige Restaurants, als kleines gemütliches Restaurant im Vorgarten eines Wohnhauses oder als mobilen Straßen-Verkaufsstand und dann natürlich mit den unterschiedlichsten Saucen… und hier steht mal als ungebübter Europäer vor der ersten Herausforderung 😉 Für uns steht fest, dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen, die Mexikaner essen gerne sehr feurig und mit viel Salz… die haben sich ihre Geschmacksknospen schon alle weggebrannt, dass sie nicht mehr merken wie salzig ihr Essen eigentlich ist 😉 Manche Soßen sind mit Vorsicht zu genießen – und ärgerlicherweise – kann man nicht sagen, dass Salsa Verde beim Hähnchen-Mann ganz ok ist und dann daraus schließen, dass Salsa Verde immer ganz ok ist… die Farbe sagt nicht unbedingt etwas über die Schärfe aus, mal ist Verde (grün) die schärfste, mal Rojo (rot) oder sogar Negro (schwarz), oder manchmal nimmt man einfach nur die Fruchtsauce mit 90% Mango-Anteil… super lecker und fruchtig aber nur wenige Tropfen und nicht löffelweise 😉

Aber hier bekommt man alles zu Essen, was man möchte, sollte aber nicht unbedingt zu viel erwarten… hier im Ort bekommt man von Indisch über Italienisch bis Sushi eigentlich alles (nur keine vernünftige Bratwurst), ob das einem Europäer schmeckt… ist eine andere Sachen oder wir waren zu verwöhnt.

An verschiedenen Geschmacksrichtungen, Nationalitäten und Geldbeutel mangelt die Auswahl hier im Ort nicht, man kann hier auch einen Monat lang auswärtig essen und hätte immer noch nicht alle Restaurants besucht.

Mexikanische Tacos mit Fisch, Gemüse und Avocado

Brauchen wir ein Auto?

Nachdem wir den täglichen Bedarf geklärt hatten, konnten wir uns dem nächsten Thema widmen… wir können ja schließlich nicht immer nur mit einem Leihwagen fahren, auch wenn wir mittlerweile eine örtliche Vermietung gefunden hatte, bei der wir nur etwa 40% von den großen Vermietungen zahlen… die ersten 2 Wochen waren bei einer großen grünen Vermietung und danach bei der örtlichen für etwa 10 Wochen, bis das Thema Auto für geklärt war. Dazu aber nun mehr…

Auch in den zahlreichen Facebook-Beiträgen finden sich immer wieder diese Frage, “braucht man vor Ort ein eigenes Auto”… Nein, nicht zwingend! Die täglichen Wege zum Einkaufen kann man auch mit dem Fahrrad, dem Taxi (30Pesos ~1,40Euro) oder dem Collectivo (Pendel-Kleinbus – 10Pesos ~50Cent) erledigen oder sogar zu Fuß gehen, aber wenn man es ein Leben lang gewohnt ist mit dem eigenen Auto sich zu bewegen, dann möchte man diese “Individualität” nicht aufgeben bzw wägt dann Vor- und Nachteile gegeneinander ab. Wir sind für uns zu dem Schluss gekommen, dass wir doch lieber ein eigenes Auto haben möchten. Also ging die Suche los, wie wir es aus Deutschland gewohnt waren… von Autohändler zu Autohändler, egal welche Marke… aber irgendwie hatten einige andere (mehr) den gleichen Gedanken und kein Autohändler im Umkreis von 100km hatte mehr einen gebrauchten Wagen in unserem Budget verfügbar! Also nach Alternativen suchen, da hier viel über Faccebook läuft und man über die lokale Autovermietung entsprechend Kontakte hatte, erhielten wir den Namen von einem zuverlässigen Menschen, der uns bei der Beschaffung eines entsprechenden Fahrzeuges unterstützen sollte.

Erick ist sein Name… Erick und der ganze Autokauf-Prozess waren uns in den ersten Zügen sehr suspekt… hier kann man eben nicht einfach mal ein Auto kaufen, es gibt einfach zu viele “schwarze Schafe” die einem ein gebrauchtes Auto andrehen wollen, was ihnen entweder gar nicht wirklich gehört, oder technisch nur hübsch gemacht wurde, oder wo die Papiere nicht stimmen oder oder oder… nach den ersten Gesprächen folgte dann ein persönliches Kennenlernen und Erklären des Prozesses mit Erick, danach waren wir entspannter und besser auf den ganzen Prozess eingestimmt und hatten Vertrauen gefasst.

Wie läuft ein Autokauf über Erick (oder einen vergleichbaren Service-Anbieter)? Anders als in Deutschland, wo man in der Regel erst einmal einen Vertrag unterschreibt, dann direkt oder ein paar Tage später (zur Übergabe hin) bezahlt und dann direkt sein Auto mitnehmen kann… hier läuft das etwas anders, aufgrund der Gesetzes- und Steuerlage sowie Anmelde-Prozesse gestaltete sich das für uns komplizierter…

Wir möchten ein Auto, es sollte ein Pickup werden, auf den man sich verlassen kann (also technisch einwandfrei) und nicht zu alt und nicht zu viele Kilometer gelaufen hatte… laut Internet sollte das kein Problem sein… aber die ersten Autos gingen uns durch die Lappen, da wir noch mit dem Geld-Trasnfer nach Mexiko kämpften und noch kein Bankkonto in Mexiko hatten. Dann hatten wir einen ersten Besichtigungstermin mit Erick für ein passendes Auto, wir hatten auch (zumindest für eine 50%ige Anzahlung) genügend Geld, dann stellte Erick auf den letzten Drücker fest, dass die Papiere manipuliert waren oder zumindest nicht 100% einwandfrei waren… also weitersuchen, diesmal sollten wir Erick die volle Summe übergeben, damit er schnell genug auf entsprechende Angebote reagieren konnte… übergebt mal eine nahezu wildfremden Person in einm fremden Land (ohne dass ihr der Sprache wirklich mächtig seid) eine 5-stellige Summe für einen Autokauf… aarrrggghhh

Aber wir wollten ja ein Auto… nach etwa 6 Wochen hatte Erick dann ein Angebot für uns, dass uns zusagte, im Budget lag und auch aus seiner Sicht einwandfrei war… es war zwar kein Pickup aber ein SUV, der in allen anderen Punkten passte… also zugeschlagen. Wir haben dieses Auto vor dem Kauf nur auf Fotos gesehen und mussten uns voll auf Erick verlassen, der sich auch um die Anmeldung und Steuern kümmern wollte… das war schon ein merkwürdiges Gefühl!

Aber irgendwann stand dann unser 2018er Toyota Highlander vor der Tür, innen und aussen frisch poliert und gewienert, mit unseren Nummernschildern auf unseren Namen zugelassen und alle Steuern für das erste Jahr bezahlt!
Fazit: Wir können jedem in Mexiko nur empfehlen, nehmt euch einen “Erick” als Unterstützung, alleine wären wir sehr wahrscheinlich voll auf die Schn…. gefallen. Wir werden Erick demnächst wieder kontaktieren, da unser Sohn auch ein Auto benötigt, zu den Gründen dann mehr im nächsten Blogpost.

Toyota Highlander

PS: Schöne Grüße an Frank, Bernhard und Dirk für die Aufmunterung weitere Mexiko-Blogposts zu schreiben.

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