SQL Server 2022: Parquet-Dateien direkt aus der Datenbank erstellen
Björn Peters
18. März 2025

SQL Server 2022 bringt eine spannende Funktion mit sich: Parquet-Dateien direkt aus der Datenbank heraus erstellen und in Azure Blob Storage speichern. Diese Möglichkeit eröffnet neue Wege für Datenintegration, Archivierung und Analytics-Workflows. In diesem Beitrag erkläre ich dir, warum das nützlich ist, wie es funktioniert und was du dabei beachten solltest.
Warum Parquet-Dateien aus SQL Server exportieren?
Die Speicherung von Daten als Parquet-Dateien bringt mehrere Vorteile:
- Optimierte Performance für analytische Workloads (Spaltenbasiertes Format)
- Platzsparend durch effektive Kompression
- Direkte Integration in moderne Big-Data- und Analytics-Umgebungen (Azure Synapse, Databricks, Spark, etc.)
- Archivierung historischer Daten, um die operative Datenbank zu entlasten
Typische Anwendungsfälle:
- Daten für Analytics-Teams bereitstellen, ohne aufwändige ETL-Prozesse.
- Alte, wenig genutzte Daten auslagern, um die Primärdatenbank schlank zu halten.
- Datenvirtualisierung nutzen, um externe Datenquellen einfach in SQL Server zu integrieren.
So funktioniert es: Die Schritte im Überblick
Damit du Parquet-Dateien aus SQL Server 2022 direkt in Azure Blob Storage speichern kannst, sind folgende Schritte nötig:
1. Master Key für Sicherheitskonfiguration erstellen
CREATE MASTER KEY ENCRYPTION BY PASSWORD = 'DeinSicheresPasswort@2025';
Warum? SQL Server benötigt einen Master Key, um Verbindungen zu externen Ressourcen sicher zu speichern.
2. Datenquelle für Azure Blob Storage einrichten
CREATE DATABASE SCOPED CREDENTIAL AzureBlobCredential
WITH IDENTITY = 'SHARED ACCESS SIGNATURE',
SECRET = 'Dein_SAS_Token';
Tipp: Das Shared Access Signature (SAS) Token kannst du in Azure generieren. Es regelt, welche Rechte SQL Server auf den Blob Storage hat.
CREATE EXTERNAL DATA SOURCE AzureBlobStorage
WITH (TYPE = BLOB_STORAGE, LOCATION = 'https://deinaccount.blob.core.windows.net/deincontainer',
CREDENTIAL = AzureBlobCredential);

3. Parquet-Dateiformat definieren
CREATE EXTERNAL FILE FORMAT ParquetFormat
WITH (FORMAT_TYPE = PARQUET);
Warum? Damit SQL Server weiß, dass es sich um eine Parquet-Datei handelt.
4. Externe Tabelle erstellen und Daten exportieren
CREATE EXTERNAL TABLE CustomerTransactions (
[CustomerTransactionID] [int] NOT NULL,
[CustomerID] [int] NOT NULL,
[TransactionTypeID] [int] NOT NULL,
[InvoiceID] [int] NULL,
[PaymentMethodID] [int] NULL,
[TransactionDate] [date] NOT NULL,
[AmountExcludingTax] [decimal](18, 2) NOT NULL,
[TaxAmount] [decimal](18, 2) NOT NULL,
[TransactionAmount] [decimal](18, 2) NOT NULL,
[OutstandingBalance] [decimal](18, 2) NOT NULL,
[FinalizationDate] [date] NULL,
[IsFinalized] AS (case when [FinalizationDate] IS NULL then CONVERT([bit],(0)) else CONVERT([bit],(1)) end) PERSISTED,
[LastEditedBy] [int] NOT NULL,
[LastEditedWhen] [datetime2](7) NOT NULL
)
WITH ( LOCATION = 'customer_transactions\',
DATA_SOURCE = AzureBlobStorage,
FILE_FORMAT = ParquetFormat
) SELECT * FROM Sales.CustomerTransactions;
Ergebnis: Die Daten aus der SQL-Tabelle werden als Parquet-Datei in Azure gespeichert und gleichzeitig als externe Tabelle in SQL Server verfügbar gemacht!

Automatisierung: Täglicher Export von Transaktionen
Falls du regelmäßig Daten exportieren willst (z. B. tägliche Transaktionsdaten), kannst du das mit dynamischem SQL lösen:
DECLARE @date VARCHAR(10) = FORMAT(GETDATE(), 'yyyyMMdd');
DECLARE @sql NVARCHAR(MAX);
SET @sql = 'CREATE EXTERNAL TABLE CustomerTransactions_' + @date + '
WITH (LOCATION = ''transactions/' + @date + ''',
DATA_SOURCE = AzureBlobStorage,
FILE_FORMAT = ParquetFormat)
AS SELECT * FROM Sales.CustomerTransactions WHERE TransactionDate = ''' + @date + ''';';
EXEC sp_executesql @sql;
Ergebnis: Jeden Tag wird automatisch eine neue Parquet-Datei mit den Tagesdaten erstellt.
Fazit: SQL Server 2022 + Parquet = Mehr Flexibilität!
Mit SQL Server 2022 kannst du Parquet-Dateien direkt aus der Datenbank erzeugen und sie in Azure speichern. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Analytics, Archivierung und Datenvirtualisierung.
Zusammenfassung:
- Daten in ein effizientes, spaltenbasiertes Format überführen
- Azure Blob Storage als günstige und skalierbare Ablage nutzen
- Externe Tabellen für schnellen Zugriff auf exportierte Daten erstellen
- Automatisierung für regelmäßige Exporte möglich
📌 Falls du SQL Server 2022 nutzt und dich fragst, ob sich dieses Feature für dich lohnt – probier es aus! Hast du Fragen oder eigene Erfahrungen damit? Schreib es in die Kommentare! 😊
AUTOR
Björn Peters
Björn arbeitet als Senior Consultant mit Schwerpunkt Microsoft Data Platform, SQL Server, PowerShell und Azure SQL. Er unterstützt Kunden bei Betrieb, Migration, Hochverfügbarkeit, Performance-Analyse und Troubleshooting.
Auf SQL aus Hamburg teilt er Erfahrungen aus realen Projekten – praxisnah, technisch und mit Blick auf stabile, nachvollziehbare Lösungen. Neben SQL Server interessiert er sich für Science-Fiction, Backen und Radfahren.
