Housekeeping einer Azure SQL DB Managed Instance

Ich habe mich heute etwas intensiver mit der „neuen“ Azure SQL Database – Managed Instance beschäftigt und dabei ging es auch um das Housekeeping, welches man in regelmäßigen Abständen auf allen SQL Servern durchführen sollte. Überlicherweise nehme ich hierfür die Skripte von Ola Hallengren, welche in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erweitert werden. Aufgrund der weit verbreiteten, weltweiten Nutzung kann man hier auch davon ausgehen, dass die Funktionalität und Stabilität absolut produktionswürdig ist und können daher ohne Bedenken auch in Produktionsumgebungen eingesetzt werden.

Für einen Workshop und natürlich aus eigenem Interesse habe ich einen einfachen Weg gesucht, wie ich das Housekeeping in einer Managed Instance realisieren kann, daher habe ich einfach nur das normale Skript von der Webseite runtergeladen und in das SQL Management Studio eingefügt. Kurz überprüft, ob die Einstellungen in dem Skript valide sind und ausgeführt.

Zu meinem Erstaunen lief das Skript ohne Probleme einfach durch und meldete eine erfolgreiche Ausführung, ein kurzer Blick in die SQL Server Agent Jobs brachte die nächste Überraschung da die zu erstellenden Jobs auch tatsächlich vorhanden waren. Ok, die Backup-Jobs fehlten, aber darum brauche ich mich in einer Managed Instance nicht zu kümmern, da dies automatisch erfolgt.

Managed Instance - Housekeeping - Ola Hallengren - SQL Server Agent Jobs

Als ich jetzt auch noch die Jobs nacheinander gestartet hatte und diese alle einwandfrei durchliefen, war ich nahezu platt. Also ich kann die Ola Hallengren Housekeeping Jobs nur empfehlen, sowohl onprem, als auch in irgendeiner virtuellen Maschine oder eben in der Azure SQL Database Managed Instance! Beim Schreiben dieses Beitrages habe nocheinmal direkt in das Skript geschaut, ob es irgendeine „Magic“ gibt, die dafür sorgt, dass die Backup-Jobs nicht angelegt werden und tatsächlich hat Ola hier großartige Arbeit geleistet. Wenn man sich dann auch die Dokumentation auf der Webseite anschaut, wird man feststellen, dass er tatsächlich auch auflistet, dass die Managed Instance offiziell unterstützt wird.

Also worauf wartet ihr, nutzt die Ola Hallengren Housekeeping Jobs (aka Maintenance Jobs) auch für eure SQL Server!

Björn arbeitet in Hamburg als Datenbank-Administrator und Head of Competence für MS SQL und mySQL. Er nimmt regelmäßig an den PASS Regionalgruppen Treffen in Hamburg, den Veranstaltungen der PASS wie SQLSaturday und SQLGrillen teil und er organisiert in Hamburg das Azure Meetup. Er interessiert sich neben den Themen rund um den SQL Server, Powershell und Azure für Science-Fiction, Snowboarden, Backen 😉 und Radfahren.

SQL Server 2016 – Backup to URL mit dem Ola Hallengren Skript

In meinem letzten Beitrag zum Thema Backup to Azure habe ich die Möglichkeiten SQL Server Backups in die Azure Cloud zu erstellen angefangen zu erläutern, hierzu möchte ich kurz einen Nachtrag bringen. Viele von euch kennen und nutzen die Backup Skripte von Ola Hallengren, auch diese bieten die Möglichkeiten eines „Backup to URL“. Hierbei gibt es auch etwas zu beachten, ich habe hier meine Tests damit ebenfalls dokumentiert.

Backup to URL mit Ola Hallengren

Wenn man sich un ganz unbedarft des Sache annimmt und – so wie ich – seine ersten Tests mit dem Azure Blob Storage und den Backup to URL macht, dann wird man leider schnell an einen Punkt kommen, wo man doch ein wenig recherchieren und nachdenken muss.  😉

Aber der Reihe nach, ich hatte einen Credential gemäß dem Powershell-Skript angelegt:

CREATE CREDENTIAL [https://backupdemostorage.blob.core.windows.net/backupdemocontainer] WITH IDENTITY='Shared Access Signature', SECRET='xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx'

Danach konnte ich einwandfrei meine Backups in den Azure Blog Storage erstellen und diese dort auch auffinden.
Files im Azure Blob Storage

Wie man aus der Dokumentation bzw Beispielen von Ola Hallengrens Backup Skripten entnehmen kann, benötigen wir zur Ausführung des OH-Backups die URL und ein Credential.
Ok, beides habe ich (siehe oben)… also eingefügt und ausgeführt…

EXECUTE dbo.DatabaseBackup
@Databases = 'USER_DATABASES',
@URL = 'https://backupdemostorage.blob.core.windows.net/backupdemocontainer',
@Credential = 'https://backupdemostorage.blob.core.windows.net/backupdemocontainer',
@BackupType = 'FULL',
@Compress = 'Y',
@Verify = 'Y'

Sieht zwar lustig aus, ist aber anscheinend so, wenn ich den Output aus dem Powershell-Skript verwende => URL und Credential sind identisch. Die Ausführung des obigen Backups ergibt aber leider einen Fehler 🙁

Backup to URL - Ola Hallengren NOK

Anscheinend setzt Ola Hallengren die Werte anders in den Backup Befehl ein, so dass es hier zu einem Fehler kommt. Und in der Tat, nach einigem Suchen und Lesen, bin ich dem Problem näher gekommen. Der Backup Befehl des SQL Servers kennt eine Option „Credential“, welche durch das Skript gefüllt wird.

CREDENTIAL
Used only when creating a backup to the Windows Azure Blob storage service.

Die Erläuterungen hierzu sind aber auch nicht wirklich großzügig gefüllt… aber man findet in der der MSDN unter Best Practices zum Thema „Backup to URL“ weitere Hinweise. So gibt es einen Unterschied in der Anlage der Credentials bzw der Rechte-Vergabe, die mit den „Shared Access Signatures“ (siehe Powershell Output) wesentlich umfangreicher bzw detaillierter möglich sind. Also muss man sich vor Anlage bzw Einrichtung einer Backup-to-URL Sicherung Gedanken machen, wie man welche Datenbanken sichern möchte bzw wohin mit welchen Rechten bzw Credentials. Microsoft empfiehlt die Credentials für ein Backup-to-URL mit folgendem Statement anzulegen.

IF NOT EXISTS  
(SELECT * FROM sys.credentials   
WHERE credential_identity = 'mycredential')  
CREATE CREDENTIAL <credential name> WITH IDENTITY = 'mystorageaccount'  
,SECRET = '<storage access key> ;

Wenn man nun diese zusätzlichen Credentials angelegt hat und im Backup-Statement hinterlegt hat, dann funktioniert auch das Ola Hallengren Backup-Skript in Richtung Azure Storage Blob.
Backup to URL Ola Hallengren

Björn arbeitet in Hamburg als Datenbank-Administrator und Head of Competence für MS SQL und mySQL. Er nimmt regelmäßig an den PASS Regionalgruppen Treffen in Hamburg, den Veranstaltungen der PASS wie SQLSaturday und SQLGrillen teil und er organisiert in Hamburg das Azure Meetup. Er interessiert sich neben den Themen rund um den SQL Server, Powershell und Azure für Science-Fiction, Snowboarden, Backen 😉 und Radfahren.