Ruhe – Veränderungen – Leben in Mexiko – Alltag kehrt ein – Teil 4

Zum Zeitpunkt des Schreibens, dieses vierten Artikels wohnen wir schon ein paar Monate in Mexiko, und ja es ist sowas wie Alltag eingekehrt, dazu nun im folgenden etwas mehr 😉
Nach Weihnachten kommt bekanntlich Sylvester, was hier irgendwie so gar nicht gefeiert wird, passt uns ganz gut, da wir die letzten Jahre ebenfalls zwar gefeiert aber nicht geknallt hatten, mit dem Januar begann dann erst einmal für mich wieder die Zeit des Arbeitens. DANKE an meinen alten Arbeitgeber, dass dieser so flexibel war/ist, mich weiterhin zu beschäftigen und meinem Wunsch nach weniger Stress und Arbeitszeit ebenfalls entsprochen hat! Also in unserer ersten 2-Zimmer Unterkunft den Laptop auf den Küchentisch und meine alten und neuen Projekte sowie Kundenanfragen bearbeiten… war schon spannend so mit sagenhaften 2,5 MBit in einem Teams-Meeting zu sitzen, aber auch hier lernt Tag für Tag dazu und findet Wege und Lösungen.

Da ich wieder arbeiten musste, fanden sich auch andere Zeitpläne für den Rest der Familie… der Hund bekam seine Gassi-Runden durch die neue Umgebung, unser Sohn machte sich (mal mit uns, mal ohne uns) auf Erkundungstour, nach Feierabend wurde dann erkundet, welcher Laden hat welches Angebot, was bekommen wir wo (und wann – in Deutschland war man es gewohnt immer alles im Supermarkt zu bekommen – hier sind die Lieferketten etwas anders) oder wo kann man was Essen gehen. Natürlich blieb auch die Freizeit nicht zu kurz, wir waren also regelmäßig am Strand, entweder einfach nur zum Spazieren mit dem Hund, zum Schnorcheln oder zum Sonne tanken.

Kein Urlaub sondern Alltag 😉

Mit solchen Aktivitäten mussten wir auch erst einmal gedanklich klar kommen, was es bedeutet jetzt an der Riviera Maya zu leben… jeden Tag feinen weißen Sand zwischen den Füßen, jeden Tag Sonne und Temperaturen in den Zwanzigern… jeden Tag sind wir hier umgeben von Urlaubern aus der ganzen Welt, die eigentlich nichts anderes tun, als ihre kurze Zeit (1-2 Wochen) Urlaub in dieser Gegend zu geniessen und 75% der Zeit in der Sonne liegen und sich versuchen von allen Seiten zu rösten… ich meine es ist absolut verständlich – zumal die meisten Hotels hier nicht unbedingt günstig sind – so viel Sonne wie möglich zu sehen, nichts tun und die Füße in den Pool oder den Ozean zu halten… WIR leben jetzt hier und können das 365 Tage haben !!!

Playa Brava - Riviera Maya - Puerto Morelos

Einkaufen in Mexiko (Quintana Roo)

Aus Deutschland sind wir es eher gewohnt in ein “Industriegebiet” zu fahren und dort alle relevanten oder notwendigen Dinge fürs Leben zu bekommen, bei uns waren das zum Beispiel Supermärkte wie Aldi, DM, Edeka, Famila, Denns oder real – einmal mit dem Auto hinfahren, aussteigen und im Umkreis von 250m konnte man alle Geschäfte erreichen und so seine Einkäufe relativ einfach erledigen… hier ist das etwas anderes… hier gibt es solche “Zentren” nicht wirklich oder nur als Mall (nach amerikanischem Vorbild) in den größeren Städten, was man hier finden kann sind kleine Läden oder kleine Supermärkte und je nach Ort mal einen größeren Supermarkt. Zum Beispiel hier im Ort gibt es eigentlich drei Supermärkte ( einen im Ortszentrum – Colonia, einen im Ortszentrum – Playa und am Ortseingang ), alle drei haben ein unterschiedliches Angebot und man bekommt nicht immer überall alles, so dass man auf jeden Fall fahren und suchen muss, und manchmal bekommt man eben auch etwas nicht… beispielsweise Obst und Gemüse bekommt man hier oft beim Laden an der Ecke frischer und günstiger als im Supermarkt, der nächste Obstladen ist aber nicht ideal mit dem Auto zu erreichen… (zu Autos und Verkehr komme ich später noch einmal)

Hier im Ort gibt es einen Supermarkt (Chedraui – Selecto) mit einem eher touristischem (amerikanisch/kanadisch) orientierten Sortiment, da dieser in Strandnähe liegt und so von vielen Touristen frequentiert wird, den anderen Chedraui (der auch noch etwas größer ist) wird eher von Einheimischen oder im Ort wohnenden genutzt, der Super-Aki am Ortseingang (Highway-Ausfahrt) ist eher klein, unsortiert, etwas chaotisch und nicht so gut sortiert, wie man es sich erhoffen würde.

Andere Einkaufsmöglichkeiten haben wir in der Zwischenzeit gefunden, dazu müssen wir dann aber mit dem Auto nach Cancun (~35min) oder Playa del Carmen (~25min) fahren. Playa del Carmen bietet uns zwei weitere (größere/riesige) Chedrauis, bei Ihnen wir meistens fündig wurden oder auch mehrere Soriana-Supermärkte, hier ist ein Vergleich zu Deutschland wie famila zu real… riesiges Sortiment in riesigen Gebäuden mit leicht anderen Schwerpunkten… nicht zu vergessen Walmart, bei dem wir für uns feststellen mussten, dass das nicht unbedingt unser bevorzugter Laden ist… bei Sonderangeboten vielleicht aber nicht für die regelmäßigen Einkäufe.

Selbes Spiel mit Cancun, als Hauptstadt von Quintana Roo, bietet es natürlich eine Vielzahl an Supermärkten und Shopping-Malls, aber auch “Besonderheiten” wie Costco oder “Sams Club”, so dass wir alle 10-14 Tage auf jeden Fall mal nach Cancun zum Einkaufen fahren.

Essen gehen – Restaurants

Dank der Pandemie waren wir in Deutschland in den letzten zwei Jahren (wie viele andere natürlich auch) nur bedingt in der Lage ausserhalb zu essen… das ist hier (auch dank der sinkenden Zahlen) komplett anders… hier – in Mexiko – sind alle Restaurant jeden Tag offen und man hat die Qual der Wahl! Aber als Europäer muss man sich natürlich erst einmal zurecht finden 😉 das mexikanische Gericht schlecht hin sind Tacos, die gibt es hier an jeder Straßenecke, für jeden Gaumen etwas anders, mal mit Rind, mal mit Schwein oder Fisch, mal nach Yucatan-Art, mal nach Sinaloa-Art oder oder oder… 😉 und die Mexikaner essen ihre Tacos zu jeder Tageszeit, auch gerne schon reichhaltig zum Frühstück. Preislich gibt es hier große Unterschiede und man kann sich grob daran orientieren, ob diese an der Straße oder im Restaurant bestellt, aber sowie es diese Unterschiede gibt es natürlich auch geschmackliche und mengenmäßige Unterschiede… beispielsweise bekommt man Rindfleisch-Tacos mit Zwiebel, Soße und Koriander an der Straße für 30 Pesos (~1,40Euro), im Restaurant an der Hauptstraße kosten die gleichen Tacos dann 50 Pesos (~2,30Euro), mit Garnelen im Restaurant am Strand kosten diese dann auch gerne 90 Pesos (~4,20Euro) pro Stück.

Hier gibt es diese Taco-Läden als richtige Restaurants, als kleines gemütliches Restaurant im Vorgarten eines Wohnhauses oder als mobilen Straßen-Verkaufsstand und dann natürlich mit den unterschiedlichsten Saucen… und hier steht mal als ungebübter Europäer vor der ersten Herausforderung 😉 Für uns steht fest, dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen, die Mexikaner essen gerne sehr feurig und mit viel Salz… die haben sich ihre Geschmacksknospen schon alle weggebrannt, dass sie nicht mehr merken wie salzig ihr Essen eigentlich ist 😉 Manche Soßen sind mit Vorsicht zu genießen – und ärgerlicherweise – kann man nicht sagen, dass Salsa Verde beim Hähnchen-Mann ganz ok ist und dann daraus schließen, dass Salsa Verde immer ganz ok ist… die Farbe sagt nicht unbedingt etwas über die Schärfe aus, mal ist Verde (grün) die schärfste, mal Rojo (rot) oder sogar Negro (schwarz), oder manchmal nimmt man einfach nur die Fruchtsauce mit 90% Mango-Anteil… super lecker und fruchtig aber nur wenige Tropfen und nicht löffelweise 😉

Aber hier bekommt man alles zu Essen, was man möchte, sollte aber nicht unbedingt zu viel erwarten… hier im Ort bekommt man von Indisch über Italienisch bis Sushi eigentlich alles (nur keine vernünftige Bratwurst), ob das einem Europäer schmeckt… ist eine andere Sachen oder wir waren zu verwöhnt.

An verschiedenen Geschmacksrichtungen, Nationalitäten und Geldbeutel mangelt die Auswahl hier im Ort nicht, man kann hier auch einen Monat lang auswärtig essen und hätte immer noch nicht alle Restaurants besucht.

Mexikanische Tacos mit Fisch, Gemüse und Avocado

Brauchen wir ein Auto?

Nachdem wir den täglichen Bedarf geklärt hatten, konnten wir uns dem nächsten Thema widmen… wir können ja schließlich nicht immer nur mit einem Leihwagen fahren, auch wenn wir mittlerweile eine örtliche Vermietung gefunden hatte, bei der wir nur etwa 40% von den großen Vermietungen zahlen… die ersten 2 Wochen waren bei einer großen grünen Vermietung und danach bei der örtlichen für etwa 10 Wochen, bis das Thema Auto für geklärt war. Dazu aber nun mehr…

Auch in den zahlreichen Facebook-Beiträgen finden sich immer wieder diese Frage, “braucht man vor Ort ein eigenes Auto”… Nein, nicht zwingend! Die täglichen Wege zum Einkaufen kann man auch mit dem Fahrrad, dem Taxi (30Pesos ~1,40Euro) oder dem Collectivo (Pendel-Kleinbus – 10Pesos ~50Cent) erledigen oder sogar zu Fuß gehen, aber wenn man es ein Leben lang gewohnt ist mit dem eigenen Auto sich zu bewegen, dann möchte man diese “Individualität” nicht aufgeben bzw wägt dann Vor- und Nachteile gegeneinander ab. Wir sind für uns zu dem Schluss gekommen, dass wir doch lieber ein eigenes Auto haben möchten. Also ging die Suche los, wie wir es aus Deutschland gewohnt waren… von Autohändler zu Autohändler, egal welche Marke… aber irgendwie hatten einige andere (mehr) den gleichen Gedanken und kein Autohändler im Umkreis von 100km hatte mehr einen gebrauchten Wagen in unserem Budget verfügbar! Also nach Alternativen suchen, da hier viel über Faccebook läuft und man über die lokale Autovermietung entsprechend Kontakte hatte, erhielten wir den Namen von einem zuverlässigen Menschen, der uns bei der Beschaffung eines entsprechenden Fahrzeuges unterstützen sollte.

Erick ist sein Name… Erick und der ganze Autokauf-Prozess waren uns in den ersten Zügen sehr suspekt… hier kann man eben nicht einfach mal ein Auto kaufen, es gibt einfach zu viele “schwarze Schafe” die einem ein gebrauchtes Auto andrehen wollen, was ihnen entweder gar nicht wirklich gehört, oder technisch nur hübsch gemacht wurde, oder wo die Papiere nicht stimmen oder oder oder… nach den ersten Gesprächen folgte dann ein persönliches Kennenlernen und Erklären des Prozesses mit Erick, danach waren wir entspannter und besser auf den ganzen Prozess eingestimmt und hatten Vertrauen gefasst.

Wie läuft ein Autokauf über Erick (oder einen vergleichbaren Service-Anbieter)? Anders als in Deutschland, wo man in der Regel erst einmal einen Vertrag unterschreibt, dann direkt oder ein paar Tage später (zur Übergabe hin) bezahlt und dann direkt sein Auto mitnehmen kann… hier läuft das etwas anders, aufgrund der Gesetzes- und Steuerlage sowie Anmelde-Prozesse gestaltete sich das für uns komplizierter…

Wir möchten ein Auto, es sollte ein Pickup werden, auf den man sich verlassen kann (also technisch einwandfrei) und nicht zu alt und nicht zu viele Kilometer gelaufen hatte… laut Internet sollte das kein Problem sein… aber die ersten Autos gingen uns durch die Lappen, da wir noch mit dem Geld-Trasnfer nach Mexiko kämpften und noch kein Bankkonto in Mexiko hatten. Dann hatten wir einen ersten Besichtigungstermin mit Erick für ein passendes Auto, wir hatten auch (zumindest für eine 50%ige Anzahlung) genügend Geld, dann stellte Erick auf den letzten Drücker fest, dass die Papiere manipuliert waren oder zumindest nicht 100% einwandfrei waren… also weitersuchen, diesmal sollten wir Erick die volle Summe übergeben, damit er schnell genug auf entsprechende Angebote reagieren konnte… übergebt mal eine nahezu wildfremden Person in einm fremden Land (ohne dass ihr der Sprache wirklich mächtig seid) eine 5-stellige Summe für einen Autokauf… aarrrggghhh

Aber wir wollten ja ein Auto… nach etwa 6 Wochen hatte Erick dann ein Angebot für uns, dass uns zusagte, im Budget lag und auch aus seiner Sicht einwandfrei war… es war zwar kein Pickup aber ein SUV, der in allen anderen Punkten passte… also zugeschlagen. Wir haben dieses Auto vor dem Kauf nur auf Fotos gesehen und mussten uns voll auf Erick verlassen, der sich auch um die Anmeldung und Steuern kümmern wollte… das war schon ein merkwürdiges Gefühl!

Aber irgendwann stand dann unser 2018er Toyota Highlander vor der Tür, innen und aussen frisch poliert und gewienert, mit unseren Nummernschildern auf unseren Namen zugelassen und alle Steuern für das erste Jahr bezahlt!
Fazit: Wir können jedem in Mexiko nur empfehlen, nehmt euch einen “Erick” als Unterstützung, alleine wären wir sehr wahrscheinlich voll auf die Schn…. gefallen. Wir werden Erick demnächst wieder kontaktieren, da unser Sohn auch ein Auto benötigt, zu den Gründen dann mehr im nächsten Blogpost.

Toyota Highlander

PS: Schöne Grüße an Frank, Bernhard und Dirk für die Aufmunterung weitere Mexiko-Blogposts zu schreiben.

SQL Server 2022 – CTP 2.0 – Azure Arc enabled SQL Server – Konfiguration

Nun ist der neue SQL Server 2022 im ersten Public Preview angekommen – als CTP 2.0 – und es gibt das erste “nicht so erfreuliche” Thema aus dieser Version zu berichten, hierbei handelt es sich um eine Kleinigkeit aus dem Setup und ist somit auch nicht “dramatisch”. Es geht einfach um ein Ärgernis, welches ein wenig Unmut beim Installateur hinterlässt, wenn man nicht daran denkt. Mir selber ist es gar nicht aufgefallen, nur über eine Diskussion in der Dataplatform MVP Verteilerliste. Ihr könnt das auch sehen, wenn ihr meinem Blogbeitrag zur SQL Server 2022 Installation lest, hier kann man die neue Auswahl-Möglichkeit für die direkte Eindbindung des SQL Servers in “Azure Arc enabled SQL Server” sehen bzw das dazugehörige Fenster mit den notwendigen Angaben.

Um was handelt es sich hierbei?

Kurz: Das neue SQL Server Setup beinhaltet einen neuen Punkt zur Aktivierung des neuen SQL Servers in die eigene Azure Arc Umgebung.

Lang:
Azure Arc ist die Möglichkeit das Azure Portal als zentrale Verwaltung aller Server zu benutzen, also einen Arc => Bogen zwischen on-premise, anderen Cloud-Providern und Microsoft Cloud Azure zu erstellen. Azure Arc bietet die Möglichkeit für normale Server, für Kubernetes Cluster und unter anderem auch SQL Server, diese über einen Agenten an Azure anzubinden, um so weitere Services wie zum Beispiel den Defender auch aus der Cloud heraus im eigenen Rechenzentrum zu benutzen.

Da dies ein sehr spannendes Umfeld ist und immer wieder Neuerungen unterliegt, verweise ich hier erst einmal nur auf die Microsoft Dokumentation zu Azure Arc bzw Azure Arc enabled SQL Server

Nun bietet uns das SQL Server Setup die Möglichkeit unseren neuen SQL Server direkt über das Setup eben in dieses Azure Arc einzubinden, hierzu kann man bei der Feature-Auswahl einen entsprechenden Haken setzen und im weiteren Verlauf des Setups dann die benötigten Informationen eingeben.

Die Diskussion entstand, und daher möchte ich mit diesem Beitrag explizit daraufhin weisen, dass der Haken für die Aktivierung dieses neuen Features per Default gesetzt wird, nicht so wie man es bisher kannte, man wählt alle notwendigen Feature eigentständig aus, sondern dieser Haken ist schon aktiv. Dies kann unter Umständen im späteren Verlauf des Setups zu Verwirrung und Ärger führen, wenn man plötzlich nach Informationen gefragt wird, die man a.) nicht hat und b.) auch gar nicht beibringen könnte, auch ein Überspringen mit “ich konfiguriere das später” ist nicht möglich. Daher hier meine Empfehlung, achtet beim Installieren des neuen SQL Servers 2022 (im aktuellen CTP2.0) darauf, dass dieser Haken bereits gesetzt ist und ihr ihn deaktivieren müsstet.

Ich persönlich finde Azure Arc bzw Azure Arc enabled SQL Server einen spannend Service bzw eine coole Idee, sowie ein “Centralized SQL Server Management Dashboard”, aber ich weiß auch, dass viele Kunden (noch) nicht bereit sind für die Cloud und somit ein solcher Service in weiter Zukunft zu sehen ist.

Ich gehe auch davon aus, dass Microsoft in weiteren CTPs diesen Haken wieder entfernen wird, also nur den Default-Haken und nicht das Feature! Also auf das Fach-Publikum hört, denn dazu gibt es schließlich den CTP = “Community Technology Preview”, dass wir (die Community) einmal ausprobieren, was sich wie handeln und konfigrieren lässt und wie sich neue Features unter mehr realistischen Workload-Szenarien verhält.

Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und Vergnügen mit dem SQL Server 😉

SQL Server 2022 – Installation des Public Preview – CTP 2.0

Ich möchte euch heute die Installation des neuen SQL Servers 2022 zeigen, es hat sich nicht grundlegend etwas geändert aber die Details wurden optimiert. 😉

Wie üblich beginnt alles mit einem Download des offiziellen ISO-Images, es geht natürlich auch in anderen Optionen wie dem Docker-Container, aber ich möchte hier auf die meisten Nutzungsszenarien eingehen. Also erst einmal den Installer herunterladen und starten… wir landen noch nicht im eigentlichen Installer aber hier werden wir gefragt, was wir machen wollen: Basis- oder Custom-Installation oder einfach nur das Installationsmedium aka ISO-Image herunterladen.

Auswahl des Installationstypen – SQL Server 2022 CTP2.0

Da ich sicherlich mehrere Installation zu Demo-Zwecken durchführen werde, habe ich mich für den Download des ISO-Images entschieden, die nächste Abfrage ist die Auswahl der Sprache, der Art des Download (ISO oder CAB) und die Wahl eines Download-Pfades.

Spezifizieren der Download-Details zum SQL Server 2022 CTP2.0

Progress und Abschluss erspare ich euch hier heute, das ist nicht spannend. Weiter geht es mit dem “Bereitstellen des ISO-Images” und Starten der eigentlichen Installation. Auch hier noch nicht viel neues im Vergleich zum SQL Server 2019, daher weiter mit dem Product-Key, auch hier nichts neues, was man unbedingt erwähnen sollte.

Natürlich sollte man die Lizenzbestimmungen lesen und verstehen, bevor man einen Haken bei diesen Bestimmungen setzt, ansonsten folgt nach den “Allgemeinen Bestimmungen” nur die Frage ob man eventuell vorhandene Patches gleich mitinstallieren möchte. Je nach Konfiguration, Domänen-Vorgaben und ähnlichem wird hier entweder direkt das Internet befragt oder der lokale WSUS-Server, das war aber auch schon in den letzten Versionen des SQL Servers so. Daher geht es nun endlich weiter mit einer Neuerung im Setup des SQL Server 2022 CTP2.0, für die Details bzw Probleme mit dem aktuellen Default bezogen auf die Feature Auswahl, kommt in einem eigenen Beitrag. (Installation des Features – SQL Server Extension for Azure). Womit wir eigentlich auch schon bei der Neuerung sind, man kann nun während der Installation ein Feature auswählen, was einem die Verbindung zu Azure vereinfacht. Microsoft hat also ein Feature implementiert, welches den SQL Server direkt mit Azure verbindet – Stichwort für dieses “neue” Feature – Azure Arc enabled SQL Server, lässt vermuten was mit diesem Feature erreicht werden soll bzw wozu man befähigt wird, denn der SQL Server bringt dieses Feature direkt mit.

Azure Arc enabled SQL Server – Login Informations – neues Feature im Rahmen des SQL Server 2022 CTP 2.0 Setups 1/2

Für mich persönlich sieht die Feature-Auswahl sehr viel aufgeräumter aus, als in vorherigen Versionen, mit einem entscheidenden neuen Feature – wie bereits oben erwähnt. Bei Aktivierung dieses Features wird man im weiteren Installationsverlauf nach den Zugangsdaten bzw weiteren Informationen zu Azure Arc gefragt, die das Setup dann für die Einbindung dieses neuen SQL Servers in “Azure Arc enabled SQL Server” nutzt. Man sieht auch oben rechts in der Beschreibung “Onboard installed SQL Server to Azure Arc environment”, man sollte dieses Feature also nur aktivieren, wenn man genau weiß was man tut, bzw wenn man schon eine Azure Arc Umgebung besitzt.

Azure Arc enabled SQL Server – Login Informations – neues Feature im Rahmen des SQL Server 2022 CTP 2.0 Setups 2/2

Die weitere Installation des SQL Servers ist wie bisher gehabt, hier gibt es nur “Schönheits-Korrekturen”, wie man schön sagen könnte, “alles bleibt beim Alten” 😉
Alles in allem hat man auch hier wieder an der Handhabung gearbeitet, was auf ein klareres Bild bei der Feature-Auswahl hinausläuft.

Ich freue mich auf spannende Themen und Projekte mit dem SQL Server 2022, in Zukunft wird es sicherlich den einen oder anderen Beitrag zum SQL Server 2022 und seinen Neuerung in der Datenbank-Engine geben.

Ruhe – Veränderungen – die ersten Tage in Mexiko – Teil 3

Unsere Reise nach Mexiko begann also am Montag Morgen von Hamburg über Lissabon nach Cancun mit der portugiesischen Airline TAP, hierzu hatten wir uns auch viele Gedanken gemacht… wie kommen wir am Besten, Einfachsten und komfortabel nach Mexiko? Bei insgesamt etwa 18 Stunden Reisezeit wollten wir uns auf diesem einmaligen Weg auch nicht die Füße in den Bauch drücken und den Rücken krumm sitzen, daher hatten wir uns für die Business Klasse entschieden. Meine Frau hatte den Wunsch so wenig wie möglich umzusteigen und so kurz wie möglich Zwischenstation irgendwo zu machen… Mit Delta Airlines wären wir von Hamburg in die USA gekommen, dann über Mexiko City weiter nach Cancun, Lufthansa – Hamburg, Frankfurt nach Cancun oder mit KLM via Hamburg – Amsterdam und dann Cancun… letztendlich fiel die Entscheidung eben auf TAP aufgrund des besten Preis-Leistungsverhältnisses, auf den Hund mussten wir ja nun keine Rücksicht mehr nehmen, der wurde ja vorher abgeholt und machte seine eigene Reise. Also Montag Morgen am Hamburger Airport angekommen, war der Check-In für TAP noch nicht geöffnet und wir stellten uns mit 8 großen Reisekoffern, 6 Handgepäckstücken und der großen Wakeboard-Tasche in die (zum Glück noch kurze) Warteschlange…

Alles war gut, wir waren vorbereitet, der Check-In auch problemlos dank guter Vorbereitung mit allen notwendigen Dokumenten schnell erledigt, dann hieß es nur noch warten bis wir endlich in den Flieger konnten. Das Wetter spielte auch mit, es war ein kalter aber sonniger Dezember-Morgen, klare Sicht und kein starker Wind, machten die ersten 3,5 Stunden Flug nach Lissabon sehr entspannt, Essen, Getränke und Service waren einwandfrei, wir nicht ganz entspannt, da der Flug leider 45 Minuten Verspätung hatte und unsere ursprünglicher Aufenthalt in Lissabon nur etwa 90 Minuten betragen sollte. Wir versuchten das Beste aus der Situation zu machen und uns zu entspannen, was blieb uns auch anderes übrig 😉

Letztendlich kamen wir “rechtzeitig” in Lissabon an und konnten “umsteigen”… auf der einen Seite den Terminal betreten, 1000m durch den Terminal vorbei an den Fliegern nach Kanada und USA (fielen extrem auf durch die Covid-Maßnahmen und Prüfungen vor dem Boarding) und pünktlich vor dem eigenen Boarding am Gate… Beim Einsteigen wussten wir dann auch wieder warum wir uns für die Business-Klasse entschieden haben, entspannt einsteigen, kein Schlange-stehen und (zumindest im A330neo von TAP) einen eigenen alleinigen Sitzplatz (mit Liegefunktion), also stand einem angenehmen Flug mit rund 12 Stunden Flugzeit nichts mehr im Wege 😉

Quelle: https://www.travelpulse.com/news/airlines/mexican-military-to-handle-security-at-cancun-cozumel-airports.html – Copyright/Owner : Eric Bowman

Ankunft in Cancun – Mexiko

Unser Flieger kam um 22:30 Ortszeit an, 30 Minuten vor der geplanten Zeit, also konnte ein wenig Zeit eingeholt werden, der Flug bis hierhin war etwas holprig, aber der Blick über Bahamas und die dazugehörigen Inseln war trotz Dunkelheit faszinierend. Im Landeanflug noch eine Schleife über Cancun gezogen und dann setzen wir in Mexiko auf… gefühlt noch eine Ewigkeit über das Vorfeld gerollt bis wir endlich an der Position standen. Dann hieß es warten auf das Aussteigen und die ersten Schritte auf mexikanischem Boden tun und “einwandern”. Hier hatten wir eigentlich die größte “Angst” vor… haben wir alle Papiere, machen wir alles richtig, bekommen wir den ersehnten Stempel in den Reisepass als “Residente Temporale”… auch hier wieder der Vorteil der Business Class, wir konnten als erste das Flugzeug verlassen und waren entsprechend vor der “Meute” an der Immigration und waren recht zügig dran… und dann macht der Immigration Officer doch tatsächlich einen Fehler und stempelt das erste Formular als “Tourist” anstatt “Visa”… zum Glück nur das Formular und nicht den Reisepass und es war vorher aufgefallen, ich musste nur noch einmal das Formular händisch ausfüllen, dann hatten wir alle richtigen und wichtigen Stempel und freuten uns riesig, dass die gute Vorbereitung auf die Einwanderung Früchte trugen. Wir waren offiziell in Mexiko !!!

Auf unsere Koffer mussten wir nicht lange warten, aber leider auf die große Wakeboard-Tasche von unserem Sohn, die brauchte etwa eine Stunde bis sie endlich in der Ausgabe für Oversize-Gepäck auftauchte, dann noch durch den Zoll… wir hatten schließlich ziemlich viel mitgenommen, Dinge, die wir in Deutschland regelmäßig genutzt haben aber nur in bestimmten Mengen (als Tourist) eingeführt werden dürfen. Aber anscheinend hatten wir Glück, dadurch dass unser Flug so “spät” ankam, war kaum jemand am Zoll und wir wurden nur kurz nach Alkohol oder Zigaretten gefragt, dann waren wir durch. So viel Nervosität und Aufregung, und dann war gar nichts los 😉

Allerdings hatten wir durch den Verzug mit der Wakeboard-Tasche leider auch den Schalterschluss für unseren Leihwagen verpasst, so standen wir plötzlich ohne Leihwagen am Flughafen, aber zum Glück war der Schalter von Europcar noch offen und wir konnten einen anderen Leihwagen zu ähnlichen Konditionen mieten, was uns aber reichlich Zeit gekostet hat. Der Mitarbeiter vom Schalter war so nett und brachte uns zum Shuttle, welches uns zur “Ausgabe” bringen sollte, dies war dann auch unsere erste Erfahrung mit dem neuen Klima in Mexiko 😉 Wir kamen also aus dem kalten Deutschland, waren den ganzen Tag in einer klimatisierten Zone (~23 Grad) und treten nachts in die feuchte, heiße Luft (~28 Grad + 95% Luftfeuchtigkeit) in Cancun (es sollte auch noch einen Regenguss geben bevor wir in der Unterkunft ankamen). Um etwa 2:00 Uhr hatten wir dann endlich unser Auto, konnten es beladen und die ersten Erfahrungen auf mexikanischen Straßen machen, bis zur ersten Unterkunft – ein Bed&Breakfast, welches wir nur für die erste Nacht gebucht hatten – waren es nur 5 Kilometer.

Erstaunlichste Erkenntnis für mich, der sonst nur Klimaanlagen aus dem Auto kennt, im deutschen Sommer wird die maximal auf 25 Grad eingestellt, damit der Unterschied nach draussen nicht so hoch ist… aber hier ?!? Wir hatten ja nur ein 3-Bett-Schlafzimmer für diese erste Nacht… der Raum war beim Betreten “Ars…kalt” und die Klimaanlage lief auf 27 Grad… WTF

unsere ersten Tage in Puerto Morelos

Am nächsten Morgen ging es dann in Richtung neuer Heimat, auf ins nächste Abenteuer => Autobahn aka Highway fahren… wir, die bisher – fast 30 Jahre lang – nur europäische Autobahnen und Straßenverkehr gewöhnt waren, mussten plötzlich neu anfangen. Natürlich hatten wir uns im Vorwege über die Verkehrsregeln informiert, aber es ist halt doch etwas anderes, wenn man es selber erfährt 😉 So wie wir Deutschen es kennen mit Rechts-Fahrgebot, blinken und Rücksicht nehmen, so was kennen die Mexikaner – zumindest nicht auf der Straße, da wird rechts überholt, plötzlich ohne ersichtlichem Grund bei Tempo 90 der Warnblinker angeschmissen oder bei erlaubten 100 km/h (man selber fährt schon 110) von einem Reisebus überholt. Auch jetzt nach vielen Wochen ist es immer noch erstaunlich, was manche hier Auto fahren und dass das immer (meistens) gut geht!

Nach dem ersten Schock sind wir natürlich auch erst einmal an unserer neuen Heimat vorbeigefahren – es gibt hier nicht wie in Europa – gekennzeichnete Abfahrten bzw Ausfahrten, die lange vorher angekündigt werden, die sind einfach da 😮
Wenn keine Aus- oder Auffahrten vorhanden sind… wie dreht man dann bitte?!? Dazu gibt es alle paar Kilometer einen sogenannten “Retorno” (klar spanisch sinngemäß “umdrehen”), also linke Spur rechtzeitig blinken und die 200m Abfahrt auf den Mittelstreifen nehmen und auf die entgegenkommende Fahrspur wechseln, wenn man Glück hat gibt es einen “Beschleunigungsstreifen”, wenn nicht… “Augen zu und rüber auf die andere Seite und das Gaspedal bis zum Bodenblech durchdrücken”

Und Highway bedeutet hier nicht, dass es sich auch durchgehend um einen Highway handelt, also ohne Einschränkungen geradeaus fahren… auf dem Weg bspw nach Playa del Carmen bzw Tulum gibt es eine dauerhafte Polizeikontrolle, wo alle Fahrspuren auf 20km/h runtergebremst werden und nach dem Zufallsprinzip auffällige Fahrzeuge von den anwesenden Polizisten mit Maschinenpistole rausgezogen werden. Kurz vor Playa del Carmen geht der Highway mehr in eine Fernstraße (Bundes- oder Landstraße) über, hier gibt es dann auch Kreuzungen und Ampeln, Fußgänger kreuzen den Highway und nicht zu vergessen, die landestypischen “Topes” – entweder in der Form von Bodenschwellen (aus Beton, Asphalt, Metall oder manchmal auch einfach nur ein starkes Tau) oder “Pickeln” auf der Straße (Länge, Breite und Höhe können stark variieren) – Beispiele habe ich hier mal für euch ergoogelt

Nachdem wir unsere erste Unterkunft in der Gated Community “Selva Escondida” bezogen hatten, machten wir uns natürlich ans Erkunden… Wie kann man sich hier bewegen, wo kann man einkaufen, was bekommt man wo usw. usw. Wir hatten in den ersten zwei, drei Tagen Aufgaben, wie

  • Wir brauchen einen Mietwagen (für länger), hier hatte ich schon im Vorwege was vorbereitet.
  • Wir brauchen was zu Essen und Trinken und damit verbunden,
  • brauchten wir Bargeld (worüber wir tatsächlich im Vorwege nicht wirklich nachgedacht hatten) und uns auf unsere Kreditkarten bzw Bankkarten verlassen hatten.

Das große Auto – in das alle Koffer und Taschen passten – hatten wir nur für einen Tag gemietet, da Autovermietungen am Flughafen immer besonders kräftige Aufschläge verlangen. Dazu mussten wir also erst einmal wieder zurück zum Flughafen Cancun und das eine Auto abgeben und das andere (3km weiter) abholen. Leichter gesagt als getan… wenn die American Express Karte nicht akzeptiert wird, die VISA auch irgendwelche Fehlermeldungen anzeigt, der Vermieter einen auch noch zum Bankautomaten fährt und man auch dort kein Bargeld bekommt… könnte man leicht in Panik verfallen, so wie ich zum Beispiel. Wir mussten also ohne Leihwagen mit dem Taxi die 30km nach Puerto Morelos zurückfahren, der Fahrer hat unsere letzten Euro-Scheine glücklicherweise akzeptiert. Und wir uns äußerst intensiv darum kümmern, warum die Karten nicht so funktionierten wie erwartet bzw dass wir irgendwie an Bargeld kommen… nicht zu vergessen, wir brauchten ein Auto!

Das mit dem Auto war dank örtlichem, grünem Autovermieter und Online-Buchung zwar ein teures aber vergleichsweise einfaches Thema… Bargeld => ich hatte jahrelang von meinem alten Arbeitgeber eine American Express Karte, damit konnte ich fast überall bezahlen und im Fall der Fälle auch Bargeld am Automaten holen, wer kommt denn auf die Idee, dass aus “Sicherheitsgründen” die Bargeld-Abhebung am Automaten erst manuell freigeschaltet werden muss ??? (Ok, natürlich hatten wir das in Deutschland auch nicht ausprobiert) Oder die VISA-Karte der DKB… bei einem nicht unerheblichen monatlichen Zahlungseinganges meines Gehaltes war das Kreditkarten-Limit auf 500 Euro gesetzt… dass ich damit keinen Leihwagen für 1000 Euro bekomme ist wohl klar, oder !?! Es ließ sich alles innerhalb von 48 Stunden klären, wir hatten endlich ein Auto (Kia Rio in weiß) und konnten am Automaten Bargeld holen (wenn man weiß, welcher Automat die Amex-Karte akzeptiert 😉

Entspannung im Alltag

Nach diesen aufregenden und überhaupt nicht entspannten ersten Tagen kam dann so etwas wie “Urlaubs-Feeling” auf, es war warm bis sehr warm, die Nächte recht angenehm, die Betten bequem. Die Unterkunft war für den Anfang super, die Lage zwar etwas außerhalb, aber trotzdem war das meiste noch zu Fuß erreichbar. Im Grunde fehlte es zum dem Zeitpunkt nur der Hund… der war aber immer noch in Amsterdam, da das Gesundheitszeugnis in Deutschland ausgestellt worden war, er aber aus den Niederlanden abfliegen sollte, daher wollten die Mexikaner es nicht akzeptieren. Der niederländische Amtstierarzt war aufgrund der Weihnachts-Feiertage auch nur bedingt verfügbar, das Veterinäramt in Cancun hatte über die Feiertage auch zu, also blieb unser Hund noch bis zum 27. Dezember in Amsterdam (die arme Wurst). Im Grunde passte uns das ganz gut in den Kram, da wir uns so noch in Ruhe vorbereiten konnten, da wir ja auch nichts wirklich mit einführen durften. Kein Hundebett, kein Fressen, kein Spielzeug, im Grunde nichts was wir so bisher für den Hundealltag brauchten. Also haben wir uns auch noch auf die Suche nach dem richtigen Fressen für den Hund gemacht, den Rest lieferte zum Glück Amazon.

Weihnachten erstmalig in einem nicht europäischen Land zu verbringen war auch ein Abenteuer, bisher waren wir (wenn überhaupt) in Österreich zum Snowboarden => also eher kalt, weiß und dick eingepackt… hier liefen wir Heiligabend in kurzer Hose am Strand rum, sehr ungewöhnlich bzw gewöhnungsbedürftig. Natürlich wollten wir auch Heiligabend etwas feiern, also einen Tisch in einem beliebten Restaurant reserviert (die Amerikaner und Kanadier feiern zum Glück erst einen Tag später), fein rausgeputzt und das Festmahl auf der Dachterrasse bei 25 Grad und leichter Brise verbracht… wir haben es sehr genossen, diesen feierlichen Beginn unseres neuen Lebens.

Dann kam der Montag nach Weihnachten und wir konnten endlich unseren Raffi wieder in Empfang nehmen!!! Nach 9 Tagen ohne uns, ohne seine gewohnte Umgebung mit fremden Menschen und dann auch noch 16 Stunden in seiner Transportbox, davon 12 Stunden im Flugzeug, wurde er uns Montagabend um etwa 21:00 Uhr übergeben, was haben wir uns alle gefreut!!! Herzen, Lieben, Kuscheln, Springen, Jaulen, Schwanz wedeln… endlich hatte er uns wieder… da kommen mir fast wieder die Tränen für Glück.
Man sah ihm leider die Strapazen ganz schön an, er hatte stark abgenommen und war nicht wirklich fit, wir mussten ihn erst einmal wieder aufpäppeln. Auch hier wieder leichter gesagt als getan… wenn man (noch) nicht alles so vorrätig hat, wie man es bräuchte, aber “kommt Zeit, kommt Rat”, mittlerweile ist er wieder ganz der Alte.

Was für aufregende und spannende erste Tage wir doch hatten, unser erster richtiger mexikanischer Restaurantbesuch mit mexikanischen Tacos, unser Container mit unserem Haushalt, sowie erste Freunde… das kommt in Teil 4 dieser Serie

Ruhe – Veränderungen – Entscheidungen – Mexiko – Teil 2

Im ersten Teil unserer Auswanderungs-Geschichte nach Mexiko habe ich die Gründe für diesen Schritt erläutert, in diesem Beitrag möchte ich die Entscheidungen und Erläuterungen zu diesen Gründen mitteilen. Um solche (und eine Vielzahl anderer) Entscheidungen treffen zu können, benötigt man viele Informationen und viel Zeit um über alles nachzudenken. Jeder hat hier ein anderes Vorgehen, meine Frau zum Beispiel kann sehr gut beim Saubermachen oder bei der Gartenarbeit über schwierige Themen nachdenken, ich bin dazu sehr gerne mit dem Hund irgendwo hingefahren, wo nicht viel los ist und wir uns in der Natur bewegen können. Siehe hierzu auch das Titelbild, am norddeutschen Elbdeich in der Nähe von Kolmar, hier kann man sehr entspannt auf dem Deich oder an der Elbe entlang wandern, stundenlang, Wellenrauschen, Wind, Sonne, einige “große Pötte” und einfach die Seele baumeln lassen… herrlich!

Es stehen Entscheidungen an, die wichtigste in der ganzen Planung… wohin wollen/können wir?

erste Entscheidung – unser Zielland

Natürlich sollte man für sich selber und die Familie die Eckpunkte abstecken, was möchten wir für uns selber? Im folgenden steht unsere “Wunschliste”, welche wir schon aus früheren Überlegungen zu einem Ferien-Wohnsitz mal gemacht hatten und nun als Basis herangezogen haben.

  • es sollte wärmer als in Deutschland sein
  • es sollte außerhalb von Europa liegen
  • es sollte nicht in Asien liegen
  • es sollte in der Nähe von Wasser (See oder Meer) sein

Hinzu kamen Punkte, die unseren Sohn und unseren Wunsch nach seiner Freizeitgestaltung bzw Zukunftsplanung beeinflussten.

  • es sollte eine Möglichkeit der schulischen Bildung (Abschluss und Studium) geben
  • es sollte in der Nähe eine Wakeboard-Anlage sein, damit er seinem Lieblingssport nachgehen kann
  • es sollte nicht ganz “ab vom Schuss” sein

Für viele vielleicht ein Aspekt, den sie nicht berücksichtigen oder berücksichtigen wollen/können…

  • für uns auch ganz wichtig, dass unser Hund auf jeden Fall mitkommen muss! Im Alter von 4 Jahren hat er noch gut 5-6 Jahre vor sich und sollte nicht abgeschoben werden, weil er plötzlich nicht mehr in unser Leben passt, schließlich ist er ein Teil unseres Lebens bzw der Familie! Raffi gehört zu zwei Rassen, die beide in vielen Ländern auf der sogenannten Rasseliste stehen und nicht eingeführt werden dürfen (noch nicht einmal für einen Urlaub!), da diese Rassen pauschal als gefährlich eingestuft werden.
Unser Familienhund Raffi zu Weihnachten mit Geschenken von Kramer & Crew ;-)

So scheiden zum Beispiel Länder wie Frankreich oder Dänemark (ok, ist beides Europa und beide in derselben Klimazone, aber Beispiele für Rasselisten), in Frankreich müsste wir täglich eine Reihe von Dokumenten mitführen und bestimmte Papiere und Rassen-Bescheinigungen vorweisen, in Dänemark kann der Hund alleine auf Vermutung eines Polizisten, dass er zu einer gefährlichen Rasse gehören könnte, beschlagnahmt und ohne Prozess eingeschläfert werden, nur weil er pauschal gefährlich sein könnte. Aber darum soll es hier nicht gehen…

Während der Pandemie gibt oder gab es nicht so viele Länder, die ihre Grenzen für Auswanderer geöffnet hatten und die unserem Filter entsprachen… wir wären zum Beispiel sehr gerne nach Texas in die Nähe von Houston gezogen… aber die USA ließ zu dem Zeitpunkt keinen rein und ohne VISA geht das erst recht nicht, damit wären wir bei einem weiteren sehr wichtigen Punkt…

das Visum für Mexiko und seine Bedingungen

Welches Land lässt uns zu welchen Bedingungen für wie lange ins Land? Und was müssen wir dafür machen, dass wir diese Bedingungen erfüllen. Hier führten uns die Wege nach Latein-Amerika, wie zum Beispiel Paraguay, Ecuador oder Mexiko…
Anhand der Wünsche die wir hatten, war dann der Wunsch nach einem zufriedenen Kind der ausschlaggebende Punkt… alle unsere Wünsche konnten in Mexiko erfüllt werden, auch eine Wassersport-Anlage in relativer Nähe. Also haben wir uns um die Bedingungen gekümmert, welche Arten von VISAs gibt es für Mexiko und was müssen wir erfüllen… erste Informationssuche auf den Konsulatsseiten des mexikanischen Konsultates in Berlin, erste Mail an das Konsulat bzw den Hamburger Konsul, Unterlagen eingereicht, Termin im Konsulat in Berlin erhalten, Konsulat besucht, Visum erhalten und ab Ende September hatten wir dann 6 Monate Zeit für die Einreise nach Mexiko.

Wie sehen die Bedingungen für ein mexikanisches Visum aus? Im Grunde ganz einfach… Mexiko hat im Grunde drei unterschiedliche VISA, das Tourismus-Visum bis maximal 180 Tage ohne Arbeitsgenehmigung => keine Bedingungen, es muss sich um Urlaub handeln und man darf kein Geld in Mexiko verdienen. Die zwei weiteren VISA sind “Einwohner”-VISA, entweder befristet oder permanent => befristet heißt maximal 4 Jahre, dann verlässt man das Land oder schreibt um auf Permanent, auch hier keine Arbeitserlaubnis oder man hat einen Arbeitsvertrag bei einem mexikanischen Unternehmen und kann dies schriftlich nachweisen. Wenn man keinen Arbeitsvertrag hat und somit kein regelmäßiges Einkommen, muss man entweder nachweisen, dass man in der Lage ist seinen Lebensunterhalt für die Dauer des Aufenthaltes zu finanzieren oder ein regelmäßiges Einkommen im Sinne einer Rente nachweisen.

Wir konnten aufgrund des geplanten Hausverkaufs und dem damit verbundenen Budget nachweisen, dass wir in der Lage sind unser Leben in Mexiko zu finanzieren. Also stand einer legalen Auswanderung nach Mexiko nichts mehr im Wege. Also ging es an die weitere Planung…

  • welches Umzugsunternehmen, welche Kosten
  • welche Dinge müssen mit, welche Dinge könnten mit, was muss definitiv weg bzw in Deutschland bleiben?
  • Können wir Mirjas Mini mitnehmen oder verkaufen?
  • Wie den Hund nach Mexiko bringen?
  • Wo wohnen wir erst einmal?
  • Wie kommen wir überhaupt – und vor allem wann – kommen wir nach Mexiko?
  • Geld, Konten, Karten, Versicherungen, Krankenkasse?

Alles relevante und nicht ganz so einfache Fragen, die irgendwie geklärt werden wollten…

Die einfachste Frage war wohl die Frage nach dem Umzugsunternehmen 😉 Wenn man nach internationalen Umzügen googelt und die ersten 5-6 renommierten Unternehmen anschreibt und nur einer antwortet… war mir in dem Fall auch ganz recht, da mir der Name geläufig war und ich nicht wirklich schlechte Reviews dazu gelesen hatte. Im folgenden wurden dann die zu transportierenden Möbel, Kartons und so weiter definiert und abgeschätzt, ein 20-Fuss-Container war ausreichend… ein Termin für die Abholung definiert und alles weitere in der Planung nach diesem Termin ausgerichtet.

Mexiko – Reisevorbereitungen

Nachdem Ziel und Termin feststanden, mussten wir natürlich rechtzeitig einen Flug buchen… Kosten und Nutzen wurden abgeschätzt, wir wollten uns auch ein klein wenig Luxus gönnen, schließlich sollte der Flug (mit einem Stop) zwischen zwischen zwölf und sechzehn Stunden dauern… es gab auch andere Möglichkeiten mit mehr Stopps und kürzeren Strecken, aber Umsteigen bedeutet bei solch einem aufregenden Ereignis noch mehr zusätzlichen (unnötigen) Stress…

Also fiel die Entscheidung zu Gunsten von Fly-TAP von Hamburg nach Lissabon und weiter nach Cancun aus, denn TAP fliegt von Lissabon aus (zumindest zu dem Zeitpunkt) mit einem Airbus 330-neo und einer sehr schönen Business Class. Blieb noch der Transport des Hundes… viele Airlines erlauben es Reisenden kleine Hunde (bis 8kg) in der Kabine mitzunehmen, größere Hunde in einer normalen Transportbox im Frachtraum… ABER wir hatten eine Pandemie, die Flughäfen weniger Reiseaufkommen, dadurch weniger Bodenpersonal und neue Bedingungen für den Transport von Tieren, da Tiere am Flughafen immer ein spezielles Handling und geschultes Personal erfordern. Hinzu kommt noch – wie bereits oben erwähnt – dass unser Hund zu besonderen Rassen gehört, die pauschal gefährlich sind und “wild um sich beissen”, solche Rassen werden auch nicht von allen Fluggesellschaften (gerade während einer Pandemie) mitgenommen, also mussten wir uns noch zusätzlich um einen Tiertransport per spezieller Fracht und speziellen Anforderungen kümmern. Gefährliche Rassen dürfen nicht in einer einfach Transportbox transportiert werden sondern die IATA gibt für solche Transporte bestimmte Vorgaben raus, Festigkeit, Stabilität, Größen und Gefahrenabwehr… alles in allem war der Transport des Hundes – im Verhältnis – doppelt so teuer wie ein Flugticket für uns in der Business-Class 😉

Raffi in seiner Transportbox - Eingewöhnen auf die Reise nach Mexiko

So wussten wir zumindest, dass unser Hund auf jeden Fall sicher und legal nach Mexiko kommt, mit allen relevanten Papieren und Untersuchungen und sich in guten Händen befindet, auch wenn sich seine Ankunft in Mexiko – entgegen der Planung – um etwa 8 Tage verzögert hat, aber warum muss man auch kurz vor Weihnachten und den Feiertagen auswandern 😉

Insgesamt haben wir sicherlich die Hälfte unseres deutschen Haushaltes entweder entsorgt, verschenkt oder verkauft, so dass nur noch das Wichtigste und Notwendigste mit in den Container muss, also all das von dem wir annahmen, dass wir es hier noch brauchen könnten und nicht unseren kompletten Hausstand neu kaufen mussten. Blieben nur noch die Dinge des täglichen Bedarfes, Kleidung und Dinge die nicht in den Container durften (wie zum Beispiel Akkus, Medikamente oder bestimmte Flüssigkeiten), all diese Dinge mussten mit unserer Kleidung und wichtigen Papieren in Koffern untergebracht werden. Eine ganz schön logistische Arbeit, was wie wohin verstauen, wenn man nur bedingt Platz hat. Am Ende waren wir bei 7 großen Reisekoffern, 6 mal Handgepäck und die große Wakeboard-Tasche von unserem Sohn. Am letzten Abend vor dem Abflug mussten wir uns noch einen weiteren großen Koffer organisieren, da wir uns total verschätzt hatten und doch mehr übrig blieb als gedacht 😉 (Danke an Andrea und Markus!)

Dann kam der Abschied vom alten zuhause und der Weg in eine neue Heimat begann am Montag Morgen, den 21. Dezember 2021 um 8:30… die letzten Verabschiedungen, Klärung von Details, letzte Kontrollen “haben wir auch an alles gedacht?!”, dann war auch das Taxi schon da und die Reise begann… mehr zur Reise und unseren ersten Tagen und Wochen in Mexiko dann in Teil 3.