#3 Firewall Ports für den SQL Server öffnen mit Powershell

Nach ein paar Tagen Ruhe kommt nun mein dritter Teil der Powershell Serie zum Thema “Firewall Ports öffnen“.
Sicherlich wird der ein oder andere sagen, “Firewall? die interne? die haben wir per Gruppenrichtlinie immer ausgeschaltet!”…was ist vielleicht in einem halben Jahr, jemand aktiviert die Windows Firewall auf dem Server manuell? Kann der SQL Server (also die Datenbank-Enigne) dann immer noch mit der Welt da draußen kommunizieren?

Sicherheit geht vor – daher nur definiert und bewußt die Firewall Ports öffnen

Windows Firewall Ports öffnen für den SQL Server

Ich empfehle nur die notwendigen Ports für die Datenbank-Enigne zu öffnen, im Beispielbild wären das die folgenden Ports

  • SQL Server DB Engine => TCP 10001
  • der SQL Browser => UDP 1434
  • der SQL Service => Broker 4022

Dies reicht völlig aus, um dem SQL Server und den nutzenden Applikationen im Notfall eine Kommunikation zu ermöglichen. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten dies zu realisieren, die Konfiguration der Firewall über die grafische Oberfläche, was doch umständlich und “kompliziert” sein kann, aber ebenso der Weg über die Kommandozeile entweder als DOS-Befehl bzw mit dem netsh-Befehl oder mit einem Powershell-Skript.

Wer noch andere Features des SQL Servers auf dem selben Server einsetzt, muss natürlich noch weitere Ports öffnen und auch die entsprechenden Skripte erweitern, aber in der Regel reichen diese Firewall Ports für einen Datenbank Server aus.

weitere Hinweise zu den Firewall Ports des SQL Server findet man hier : https://msdn.microsoft.com/de-de/library/cc646023.aspx

Umsetzung über die Kommandozeile

netsh advfirewall firewall add rule name="SQL Server (TCP 10001) TEST_Instanz" dir=in action=allow protocol=TCP localport=10001 profile=domain
netsh advfirewall firewall add rule name="SQL Service Broker (TCP 4022)" dir=in action=allow protocol=TCP localport=4022 profile=domain
netsh advfirewall firewall add rule name="SQL Browser (UDP 1434)" dir=in action=allow protocol=UDP localport=1434 profile=domain

Der netsh-Befehl lässt sich sehr gut parametrisieren und skripten, ist daher sehr individuell einsetzbar, also recht umgänglich. Hier kommt es auf die Unternehmensstrategie oder die der Systemadministratoren an, welche Skriptsprache bevorzugt wird. Ich bevorzuge (mittlerweile) Powershell, was auch Hauptthema dieser Serie ist, daher gehe ich nun etwas tiefer in die Umsetzung “Firewall Ports öffnen” mit Powershell ein.

Umsetzung mittels Powershell

Auch die Windows-Firewall hat ein Powershell Commandlet, so dass wir die Firewall Ports recht einfach und komfortabel öffnen können. Mein Lösungsansatz ist vielleicht etwas länger und umfangreicher, der erfahrene Powershell Programmierer bekommt das bestimmt auch in eine Schleife gepackt oder gar in eine Zeile 😉
Meine Zeilen stammen aus einem Skript, welches ich für die Konfiguration nach der Installation verwende, daher sind hier zahlreiche Variablen genutzt worden, um die Flexibilität zu erhalten.

  • $SQLServerTCPPort = 10001
  • $InstanceName = TEST_Instanz

Auch ein wenig “Monitoring” habe ich implementiert, so dass man gleich das Ergebnis, den Fehlschlag bzw den Fortschritt anhand der Ausgabe erkennen kann. Für meine Zwecke im Rahmen der SQL Server Installation reichen diese Zeilen um die Firewall Ports zu öffnen, zudem erklären sich die einzelnen Parameter nahezu von selbst.

Write-Host "Opening Firewall ports for this Instance"
    Try {
		Write-Host "Opening Firewall on Port $SQLServerTCPPort" 
		$port1 = New-Object -ComObject HNetCfg.FWOpenPort
		$port1.Port = $SQLServerTCPPort
		$port1.Name = "SQL Server (TCP " + $SQLServerTCPPort + ") " + $InstanceName 
		$port1.Enabled = $true
		$port1.Protocol = 6
		$fwMgr = New-Object -ComObject HNetCfg.FwMgr
		$profiledomain=$fwMgr.LocalPolicy.GetProfileByType(0)
		$profiledomain.GloballyOpenPorts.Add($port1)
        Write-Host "[INFO] Successfully opened Firewall on Port $SQLServerTCPPort." -ForegroundColor Green
     } 
    Catch { 
        Write-Host "[ERROR] Opening Firewall on Port $SQLServerTCPPort failed." -ForegroundColor Red 
    }
   
   Try {
		Write-Host "Opening Firewall on Port 4022" 
		$port1 = New-Object -ComObject HNetCfg.FWOpenPort
		$port1.Port = 4022
		$port1.Name = "SQL Service Broker (TCP 4022)"
		$port1.Enabled = $true
		$port1.Protocol = 6
		$fwMgr = New-Object -ComObject HNetCfg.FwMgr
		$profiledomain=$fwMgr.LocalPolicy.GetProfileByType(0)
		$profiledomain.GloballyOpenPorts.Add($port1) 
        Write-Host "[INFO] Successfully opened Firewall on Port 4022." -ForegroundColor Green
    } 
    Catch { 
        Write-Host "[ERROR] Opening Firewall on Port 4022 failed." -ForegroundColor Red 
    }
   
    Try {
		Write-Host "Opening Firewall on Port UDP 1434" 
		$port1 = New-Object -ComObject HNetCfg.FWOpenPort
		$port1.Port = 1434
		$port1.Name = "SQL Browser (UDP 1434)"
		$port1.Enabled = $true
		$port1.Protocol = 17
		$fwMgr = New-Object -ComObject HNetCfg.FwMgr
		$profiledomain=$fwMgr.LocalPolicy.GetProfileByType(0)
		$profiledomain.GloballyOpenPorts.Add($port1) 
        Write-Host "[INFO] Successfully opened Firewall on Port UDP 1434." -ForegroundColor Green
    } 
    Catch { 
        Write-Host "[ERROR] Opening Firewall on Port 1434 failed." -ForegroundColor Red 
    }
Björn arbeitet in Hamburg als Datenbank-Administrator und Head of Competence für MS SQL und mySQL. Er nimmt regelmäßig an den PASS Regionalgruppen Treffen in Hamburg, den Veranstaltungen der PASS wie SQLSaturday und SQLGrillen teil und er organisiert in Hamburg das Azure Meetup. Er interessiert sich neben den Themen rund um den SQL Server, Powershell und Azure für Science-Fiction, Snowboarden, Backen 😉 und Radfahren.

#2 Disable NIC Power Save Mode mit Powershell

Weiter geht es mit dem zweiten Teil meiner Powershell-Reihe:
Diesmal möchte ich den Power Save Mode der Netzwerkkarten abschalten, damit diese Funktion nicht “plötzlich” zum Verhängnis wird. In Verbindung mit dem “Balanced”-Powerplan kann Windows der Meinung sein, dass die Netzwerkkarte bei Inaktivität in den “Sleep”-Mode versetzt wird. Somit verliert der SQL Server plötzlich seine (inaktiven) Connections, zahlreiche Applikationen werden diese Trennungen nicht mögen. Noch viel schlimmer in einem Cluster oder mit AlwaysOn Availability-Groups, plötzlich ist der Heartbeat weg und das Cluster schwenkt.

Widersprüchliches in High Performance

Auch wenn man meinen würde, dass dieser Power Save Mode der Netzwerkkarte abgeschaltet wird, wenn man den Powerplan auf “High Performance” setzt. Nein, laut Aussage eines Microsoft PFE Team-Members (Oktober 2016) hilft auch dies nicht:

• If the server is set to High Performance – Windows places the system in the highest performance state and disables the dynamic scaling of performance in response to varying workload levels. Therefore, special care should be taken before setting the power plan to High Performance as this can increase power consumption unnecessarily when the system is underutilized.
• We will have to disable “Allow the computer to turn off this device to save power” option of Power management from NIC. Setting the server in High Performance would not stop the NIC to go in sleep mode whenever there is no activity, as that is a setting at an OS level. The setting on NIC will take preference in this situation.

Somit hilft nur das Abschalten dieses Power Save Modes an allen Netzwerkkarten!

Disable NIC Power Save Mode

Diese Powershell-Lösung habe ich mir nicht selber ausgedacht, mit dieser hatte ich die wenigsten Probleme, sie funktionierte auf zahlreichen Maschinen.
Die Lösung von Ingmar Verheij habe ich angepasst von WiFi auf LAN-Adapter gemäß iana.org, lässt sich sicherlich auch auf andere Adapter anpassen.

Was macht das Powershell Snippet?

Das Skript sucht sich alle installierten Netzwerkkarten und überprüft, ob diese vom Typ “6” (ethernetCsmacd(6), for all ethernet-like interfaces, regardless of speed, as per RFC3635) sind. Wurde eine entsprechende Ethernet-Netzwerkkarte gefunden wird für diese in der Registry der Wert entsprechend geändert, so dass die Netzwerkkarte nicht mehr in den Power Save Mode wechseln kann.

$intNICid=0; do {
     #Read network adapter properties
     $objNICproperties = (Get-ItemProperty -Path ("HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Class\{0}\{1}" -f "{4D36E972-E325-11CE-BFC1-08002BE10318}", ( "{0:D4}" -f $intNICid)) -ErrorAction SilentlyContinue)
 
     #Determine if the Network adapter index exists 
     If ($objNICproperties) {
          #Filter network adapters
          # * only Ethernet adapters (ifType = ieee80211(6) - http://www.iana.org/assignments/ianaiftype-mib/ianaiftype-mib)
          # * root devices are exclude (for instance "WAN Miniport*")
          # * software defined network adapters are excluded (for instance "RAS Async Adapter")
          If (($objNICproperties."*ifType" -eq 6) -and ($objNICproperties.DeviceInstanceID -notlike "ROOT\*") -and ($objNICproperties.DeviceInstanceID -notlike "SW\*")) {
               #Read hardware properties
               $objHardwareProperties = (Get-ItemProperty -Path ("HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum\{0}" -f $objNICproperties.DeviceInstanceID) -ErrorAction SilentlyContinue)
               If ($objHardwareProperties.FriendlyName) {
                    $strNICDisplayName = $objHardwareProperties.FriendlyName
               } else { 
                    $strNICDisplayName = $objNICproperties.DriverDesc
               }
               #Read Network properties
               $objNetworkProperties = (Get-ItemProperty -Path ("HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Network\{0}\{1}\Connection" -f "{4D36E972-E325-11CE-BFC1-08002BE10318}", $objNICproperties.NetCfgInstanceId) -ErrorAction SilentlyContinue)

               #Inform user
               Write-Host -NoNewline -ForegroundColor White " ID : "; Write-Host -ForegroundColor Yellow ( "{0:D4}" -f $intNICid)
               Write-Host -NoNewline -ForegroundColor White " Network: "; Write-Host $objNetworkProperties.Name
               Write-Host -NoNewline -ForegroundColor White " NIC : "; Write-Host $strNICDisplayName
               Write-Host -ForegroundColor White " Actions:"

               #Disable power saving
               Set-ItemProperty -Path ("HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Class\{0}\{1}" -f "{4D36E972-E325-11CE-BFC1-08002BE10318}", ( "{0:D4}" -f $intNICid)) -Name "PnPCapabilities" -Value "24" -Type DWord
                Write-Host -ForegroundColor Green (" - Power saving disabled")
                Write-Host ""
           }
      } 
      #Next NIC ID
      $intNICid+=1
} while ($intNICid -lt 255)
Björn arbeitet in Hamburg als Datenbank-Administrator und Head of Competence für MS SQL und mySQL. Er nimmt regelmäßig an den PASS Regionalgruppen Treffen in Hamburg, den Veranstaltungen der PASS wie SQLSaturday und SQLGrillen teil und er organisiert in Hamburg das Azure Meetup. Er interessiert sich neben den Themen rund um den SQL Server, Powershell und Azure für Science-Fiction, Snowboarden, Backen 😉 und Radfahren.

mySQL Installation – Version 5.7.1 unter RedHat Linux 6

Bei der mySQL Installation musste ich erst einige Startschwierigkeiten beseitigen, bevor ich nun auch mit der Konfiguration anfangen konnte…
Ein großer Dank gilt meinem Linux-Kollegen, der mir durch die Schwierigkeiten der RPM-Abhängigkeiten geholfen hat.

Also kurz zur Erläuterung, die Linux-Kollegen haben in Ihrem Standard-Image immer Postfix enthalten, leider beinhaltet dieses Postfix Paket auch die mySQL-Libs in einer Uralt-Version 5.1.73. Welche sich nicht so einfach entfernen oder aktualisieren lassen…
RPM -U hat uns dann letztendlich – nach der Beseitigung anderer technischer Probleme – geholfen und wir konnten alle Pakete der mySQL Installation sauber installieren bzw aktualisieren, so dass wir nun folgenden Stand haben.

rpm -qa | grep mysql
mysql-community-server-5.7.9-1.el6.x86_64
mysql-community-common-5.7.9-1.el6.x86_64
mysql-community-libs-compat-5.7.9-1.el6.x86_64
mysql-community-libs-5.7.9-1.el6.x86_64
mysql-community-client-5.7.9-1.el6.x86_64

Dies ist unsere Ausgangslage und kommen somit nun zur Konfiguration und Einrichtung:

Gemäß Dokumentation auf den mySQL Developer Seiten findet sich nach der Installation folgende Datei-Strukur auf dem Server:

 

Files or Resources

Location
Client programs and scripts /usr/bin
mysqld server /usr/sbin
Configuration file /etc/my.cnf
Data directory /var/lib/mysql
Error log file For RHEL, Oracle Linux, CentOS or Fedora platforms: /var/log/mysqld.log

For SLES: /var/log/mysql/mysqld.log

Value of secure_file_priv /var/lib/mysql-files
System V init script For RHEL, Oracle Linux, CentOS or Fedora platforms: /etc/init.d/mysqld

For SLES: /etc/init.d/mysql

Systemd service For RHEL, Oracle Linux, CentOS or Fedora platforms: mysqld

For SLES: mysql

Pid file /var/run/mysql/mysqld.pid
Unix manual pages /usr/share/man
Include (header) files /usr/include/mysql
Libraries /usr/lib/mysql
Socket /var/lib/mysql/mysql.sock
Miscellaneous support files (for example, error messages and character set files) /usr/share/mysql

Die mySQL Konfigurationdatei my.cnf finden wir also im Ordner /etc und hat dann auf einem RedHat 6 System folgende standardmäßigen Inhalt:

# For advice on how to change settings please see
# http://dev.mysql.com/doc/refman/5.7/en/server-configuration-defaults.html

[mysqld]
#
# Remove leading # and set to the amount of RAM for the most important data
# cache in MySQL. Start at 70% of total RAM for dedicated server, else 10%.
# innodb_buffer_pool_size = 128M
#
# Remove leading # to turn on a very important data integrity option: logging
# changes to the binary log between backups.
# log_bin
#
# Remove leading # to set options mainly useful for reporting servers.
# The server defaults are faster for transactions and fast SELECTs.
# Adjust sizes as needed, experiment to find the optimal values.
# join_buffer_size = 128M
# sort_buffer_size = 2M
# read_rnd_buffer_size = 2M
datadir=/var/lib/mysql
socket=/var/lib/mysql/mysql.sock

# Disabling symbolic-links is recommended to prevent assorted security risks
symbolic-links=0

log-error=/var/log/mysqld.log
pid-file=/var/run/mysqld/mysqld.pid

Dieser Inhalt kann selbstverständlich jederzeit an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Nach erfolgreicher mySQL Installation muss man nun die Datenbank erstmalig starten:

service mysqld start

Initializing MySQL database:         [ OK ]
Starting mysqld:                     [ OK ]

Im Rahmen der mySQL Installation und dem Starten der Engine wurde auch ein mySQL-Root User (‘root’@’localhost’) angelegt, mittels des Befehls

grep 'temporary password' /var/log/mysqld.log

kann man sich nun das automatisch vergebene Password anzeigen lassen. der erste Schritt zu einer sicheren mySQL Installation ist nun sich anzumelden und dass Passwort des root-Users zu ändern, hierzu melden wir uns an der Datenbank-Engine an:

mysql -uroot -p
ALTER USER 'root'@'localhost' IDENTIFIED BY 'MeinAdminPasswort2015!';

Achtung!
Standardmäßig ist das “Validate Password”-Plugin installiert/aktiviert, dadurch müssen Passwörter eine gewisse Komplexibiliät aufweisen.
Passwörter müssen mindestens einen Großbuchstaben, einen Kleinbuchstaben, eine Ziffer und ein Sonderzeichen enthalten und das Passwort muss eine Gesamtlänge von mindestens 8 Zeichen aufweisen.

Im Vergleich zu alten mySQL Installationen muss die neue Datenbank Engine nicht extra (mittels mysql_secure_installation-Skript ) gesichert werden, heißt es gibt keine test-Datenbank mehr und auch keinen Anonymen Login. Das Skript an sich gibt es noch und kann nach wie vor die mySQL Installation sicher(er) machen.

automatisches Starten des Dienste beim Systemstart
Damit nun der mySQL Datenbankserver beim Booten automatisch gestartet wird, nehmen wir noch folgende Konfigurationsschritte vor und überprüfen anschließend das Ergebnis (welches dann so aussehen sollte).

chkconfig mysqld on

chkconfig --list | grep mysqld
mysqld 0:off 1:off 2:on 3:on 4:on 5:on 6:off

Nun bin ich im Grunde auch schon durch mit der mySQL-Installation und Einrichtung. Ab jetzt kann der mySQL Server genutzt werden und für die jeweiligen Applikationen User und Datenbanken angelegt werden.

ABER um einen stabilen Betrieb für einen mySQL-Server gewährleisten zu können, fehlen zumindest noch zwei wichtige Themen:

  • Log-Rotation
  • Backup

Log-Rotation
Auf kleinen mySQL-Maschinen fällt es vielleicht nicht so sehr auf, aber auf etwas größeren mySQL Installationen (auf denen mehr Last ist bzw die Datenbanken größer sind) werden die Logs schnell unübersichtlich und schwer lesbar. Daher empfehle ich/wir die Nutzung eines Skriptes, welches die Logs in regelmäßigen Abständen “abschneidet” und somit “klein” hält. In früheren mySQL Server Versionen wurde kein Skript für eben dieses Log-Rotate mitgeliefert, mittlerweile hat sich dies geändert.

Meine RedHat6 mySQL Installation hat bereits eigenständig eine Datei unter /etc/logrotate.d abgelegt und somit wird automatisch ein entsprechendes Aufrufen, Abschneiden der Logs initiert, zusätzlich befindet sich dieses Skript im Ordner /usr/share/mysql.

# The log file name and location can be set in
# /etc/my.cnf by setting the "log-error" option
# in either [mysqld] or [mysqld_safe] section as
# follows:
#
# [mysqld]
# log-error=/var/lib/mysql/mysqld.log
#
# In case the root user has a password, then you
# have to create a /root/.my.cnf configuration file
# with the following content:
#
# [mysqladmin]
# password =  
# user= root
#
# where "" is the password. 
#
# ATTENTION: The /root/.my.cnf file should be readable
# _ONLY_ by root !

/var/lib/mysql/mysqld.log {
        # create 600 mysql mysql
        notifempty
        daily
        rotate 5
        missingok
        compress
    postrotate
	# just if mysqld is really running
	if test -x /usr/bin/mysqladmin && \
	   /usr/bin/mysqladmin ping &>/dev/null
	then
	   /usr/bin/mysqladmin flush-logs
	fi
    endscript
}

Backup
Natürlich müssen mySQL Installationen und deren Datenbanken auch regelmäßig gesichert werden, hierzu liefert mySQL ein Tool namens mysqldump mit, welches sich sehr gut für die meisten Systeme und Anforderungen eignet.

Wir starten aber erst einmal damit einen Backup-User anzulegen, dieser erhält nur Rechte um Backups auszuführen.

CREATE USER 'backup'@'localhost' IDENTIFIED BY 'secret';
GRANT SELECT, SHOW VIEW, RELOAD, REPLICATION CLIENT, EVENT, TRIGGER ON *.* TO 'backup'@'localhost';
GRANT LOCK TABLES ON *.* TO 'backup'@'localhost';
FLUSH PRIVILEGES;

Dann benötigen wir ein Skript, welches uns das backup erstellt… Hierzu haben wir zweierlei Möglichkeiten

Kurz und knapp

num=$(( ($(date "+%H") + 4 ) / 4))
/usr/bin/mysqldump -u DBUSERNAME -pDBPASSWORD DBNAME > /PATH/backup${num}.sql

hier gefunden (Dank an fedorqui)

oder etwas ausführlicher (Dank an Django für sein großartiges mySQL Backup-Skript)

#!/bin/bash

##################################################################################
# Script-Name : mysqldump.sh #
# Description : Datenbank-Dump der kompletten (alle Tabellen) unserer #
# MySQL-Datenbank nach /root/mysql/dumps #
# Drei Datensicherungen werden aufgehoben, ältere werden gelöscht. #
# #
# #
# #
# Last update : 13.05.2013 #
# Version : 0.01 #
##################################################################################

##################################################################################
# H I S T O R Y #
##################################################################################
# Version : 0.01 #
# Description : initial release #
# ------------------------------------------------------------------------------ #
# Version : x.xx #
# Description : <Description> #
##################################################################################

# Source function library.
. /etc/init.d/functions

# Definition der systemindividuellen Variablen

# Script-Name.
SCRIPT_NAME='mysqldump'

# Backup-Verzeichnis.
DIR_TARGET='/var/lib/mysql/backup'
DUMP_FILES="$DIR_TARGET/*.sql"

# Mail-Empfänger
MAIL_RECIPIENT='dlde-ats-dbs-mysql@atos.net'

# Status-Mail versenden? [J|N].
MAIL_STATUS='N'

# Datenbankdefinitionen
DB_HOST="127.0.0.1"
DB_USER="backup"
DB_SECRET="ccQPFMN7Yc6rmiGn!"

# Variablen
MYSQLDUMP_COMMAND=`command -v mysqldump`
TOUCH_COMMAND=`command -v touch`
RM_COMMAND=`command -v rm`
PROG_SENDMAIL=`command -v sendmail`
CAT_COMMAND=`command -v cat`
DATE_COMMAND=`command -v date`
MKDIR_COMMAND=`command -v mkdir`
FILE_NAME='/'$SCRIPT_NAME'.'`$DATE_COMMAND '+%Y-%m-%d-%H%M%S'`'.sql'
FILE_LOCK='/tmp/'$SCRIPT_NAME'.lock'
FILE_LOG='/var/log/'$SCRIPT_NAME'.log'
FILE_LAST_LOG='/tmp/'$SCRIPT_NAME'.log'
FILE_MAIL='/tmp/'$SCRIPT_NAME'.mail'
VAR_HOSTNAME=`uname -n`
VAR_SENDER='root@'$VAR_HOSTNAME
VAR_EMAILDATE=`$DATE_COMMAND '+%a, %d %b %Y %H:%M:%S (%Z)'`

# Functionen
function log() {
echo $1
echo `$DATE_COMMAND '+%Y/%m/%d %H:%M:%S'` " INFO:" $1 >>${FILE_LAST_LOG}
}

function movelog() {
$CAT_COMMAND $FILE_LAST_LOG >> $FILE_LOG
$RM_COMMAND -f $FILE_LAST_LOG
$RM_COMMAND -f $FILE_LOCK
}

function sendmail() {
case "$1" in
'STATUS')
MAIL_SUBJECT='Status execution '$SCRIPT_NAME' script.'
;;
*)
MAIL_SUBJECT='ERROR while execution '$SCRIPT_NAME' script !!!'
;;
esac

$CAT_COMMAND <<MAIL >$FILE_MAIL
Subject: $MAIL_SUBJECT
Date: $VAR_EMAILDATE
From: $VAR_SENDER
To: $MAIL_RECIPIENT

MAIL

$CAT_COMMAND $FILE_LAST_LOG >> $FILE_MAIL

$PROG_SENDMAIL -f $VAR_SENDER -t $MAIL_RECIPIENT < $FILE_MAIL

$RM_COMMAND -f $FILE_MAIL

}

# Main.
log ""
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log "| .................... Start des MySQL-Datenbank-Dumps ........................ |"
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log ""
log "Das Datenbank-Backupscript wurde mit folgenden Parametern aufgerufen:"
log ""
log "SCRIPT_NAME : $SCRIPT_NAME"
log "ZIEL-VERZEICHNIS: $DIR_TARGET"
log "MAIL_EMPFÄNGER : $MAIL_RECIPIENT"
log "MAIL_STATUS : $MAIL_STATUS"
log ""

# Prüfung ob alle benötigten Programme und Befehle vorhanden sind.
if [ ! -s "$MYSQLDUMP_COMMAND" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm '$MYSQLDUMP_COMMAND' vorhanden ist.................[FEHLER]"
sendmail ERROR
movelog
exit 10
else
log "Prüfen, ob das Programm '$MYSQLDUMP_COMMAND' vorhanden ist.................[ OK ]"
fi

if [ ! -s "$TOUCH_COMMAND" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm '$TOUCH_COMMAND' vorhanden ist.........................[FEHLER]"
sendmail ERROR
movelog
exit 11
else
log "Prüfen, ob das Programm '$TOUCH_COMMAND' vorhanden ist.........................[ OK ]"
fi

if [ ! -s "$RM_COMMAND" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm '$RM_COMMAND' vorhanden ist............................[FEHLER]"
sendmail ERROR
movelog
exit 12
else
log "Prüfen, ob das Programm '$RM_COMMAND' vorhanden ist............................[ OK ]"
fi

if [ ! -s "$CAT_COMMAND" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm '$CAT_COMMAND' vorhanden ist..........................[FEHLER]"
sendmail ERROR
movelog
exit 13
else
log "Prüfen, ob das Programm '$CAT_COMMAND' vorhanden ist...........................[ OK ]"
fi

if [ ! -s "$DATE_COMMAND" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm '$DATE_COMMAND' vorhanden ist...........................[FEHLER]"
sendmail ERROR
movelog
exit 14
else
log "Prüfen, ob das Programm '$DATE_COMMAND' vorhanden ist..........................[ OK ]"
fi

if [ ! -s "$MKDIR_COMMAND" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm '$MKDIR_COMMAND' vorhanden ist..........................[FEHLER]"
sendmail ERROR
movelog
exit 15
else
log "Prüfen, ob das Programm '$MKDIR_COMMAND' vorhanden ist.........................[ OK ]"
fi

if [ ! -s "$PROG_SENDMAIL" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm '$PROG_SENDMAIL' vorhanden ist.................[FEHLER]"
sendmail ERROR
movelog
exit 16
else
log "Prüfen, ob das Programm '$PROG_SENDMAIL' vorhanden ist.................[ OK ]"
fi

if [ ! -e "$FILE_LOCK" ]; then
log "Prüfen, ob das Programm nicht bereits oder noch läuft......................[ OK ]"

$TOUCH_COMMAND $FILE_LOCK
else
log "Prüfen, ob das Programm nicht bereits oder noch läuft......................[FEHLER]"
log ""
log "FEHLER: Das Script läuft bereits bzw. immer noch, oder die LOCK-Datei"
log "existiert noch von einem früheren Programmaufruf!"
log ""
sendmail ERROR
movelog
exit 20
fi

if [ ! -d "$DIR_TARGET" ]; then
log "Prüfen, ob Zielverzeichnis existiert.......................................[FEHLER]"
log ""
log " INFO: Erstelle Zielverzeichnis!"
log " INFO: --> "$DIR_TARGET
log ""

$MKDIR_COMMAND -p $DIR_TARGET
else
log "Prüfen, ob Zielverzeichnis existiert.......................................[ OK ]"
fi

if [ "$UID" -ne 0 ]; then
log "Prüfen, ob das Script mit root-Rechten gestartet wurde.......................[FEHLER]"
log ""
sendmail ERROR
movelog
exit 21
else
log "Prüfen, ob das Script mit root-Rechten gestartet wurde.....................[ OK ]"
fi

# Start dumping.
log ""
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log "| .................... Start des Datenbank-Dumps .............................. |"
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log ""

log "$MYSQLDUMP_COMMAND -h "$DB_HOST" -u "$DB_USER" --all-databases --events > $DIR_TARGET$FILE_NAME"

$MYSQLDUMP_COMMAND -h $DB_HOST -u $DB_USER --password=$DB_SECRET --all-databases --events > $DIR_TARGET$FILE_NAME

if [ "$?" != 0 ]; then
log ""
$RM_COMMAND -f $FILE_LOCK
sendmail ERROR
movelog
exit 99
else
log ""
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log "| ........................ Datenbank-Dump beendet ............................. |"
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log ""
fi

# Bis auf die letzten drei Datenbankbackups alle anderen Dateien löschen.
cd $DIR_TARGET/
(ls $DUMP_FILES -t|head -n 3;ls $DUMP_FILES )|sort|uniq -u|xargs rm
if [ "$?" != "0" ]; then
log "alte Datenbanksicherungen aus Zielverzeichnis $DIR_TARGET gelöscht....[FEHLER]"
log ""
sendmail ERROR
movelog
exit 69
else
log "alte Datenbanksicherungen aus Zielverzeichnis $DIR_TARGET gelöscht....[ OK ]"
log ""
fi

# Finish syncing.
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log "| ..................... Ende des MySQL-Datenbank-Dumps ........................ |"
log "+-------------------------------------------------------------------------------+"
log ""

# Status eMail versenden
if [ $MAIL_STATUS = 'J' ]; then
sendmail STATUS
fi

# Temporäres Logfile permanent sichern
movelog

exit 0

Jetzt nur noch einen passenden Cronjob dafür erstellen, wann auch immer das Backup erstellt werden soll.
Und natürlich alles testen. 😉

Björn arbeitet in Hamburg als Datenbank-Administrator und Head of Competence für MS SQL und mySQL. Er nimmt regelmäßig an den PASS Regionalgruppen Treffen in Hamburg, den Veranstaltungen der PASS wie SQLSaturday und SQLGrillen teil und er organisiert in Hamburg das Azure Meetup. Er interessiert sich neben den Themen rund um den SQL Server, Powershell und Azure für Science-Fiction, Snowboarden, Backen 😉 und Radfahren.